Das "Spiel des Jahres"
VON UWE THELEN - zuletzt aktualisiert: 03.02.2012Im Pokalwettbewerb zählen die Handballfrauen des TuS Lintfort zu den 16 besten Teams in Deutschland. Zum Achtelfinalduell empfangen sie am Sonntag den Erstliga-Club Frisch Auf Göppingen. Die Stimmung im Lager der Gastgeberinnen schwankt zwischen Respekt, Bammel und Vorfreude.
Am Sonntag präsentieren die Frauen des TuS Lintfort den Handballfans aus der Region einmal mehr einen ganz besonderen Handball-Leckerbissen: Im Achtelfinale des DHB-Pokalwettbewerbs empfängt der zuletzt so erfolgreiche Drittligist den Bundesliga-Club Frisch Auf Göppingen. Damit betreten die Klosterstädterinnen Neuland, denn noch niemals zuvor sind sie im Pokalwettbewerb auf nationaler Ebene dermaßen weit vorgestoßen.
Allerdings sind die Gäste für den TuS Lintfort kein unbeschriebenes Blatt. Vor ziemlich genau zwei Jahren, am 10. Januar 2010, trafen die Gastgeberinnen schon einmal auf Göppingen – damals in der dritten DHB-Pokalrunde. Die Partie endete 23:42. Wie es das Ergebnis aussagt, waren die Gästen haushoch überlegen.
Handball und Helau
Die Kamp-Lintforter Tollitäten Simon I. und Steffi I. werden am Sonntag mit ihrem Hofstaat in die Glückaufhalle einziehen und den Anwurf der Pokalpartie des TuS Lintfort gegen Frisch Auf Göppingen ausführen. Die Stadtwerke Kamp-Lintfort haben den Jugendmannschaften aus der hiesigen Region und den Jugend-Auswahlteams, in denen Spielerinnen des TuS aktiv sind, Freikarten für das Pokalspiel zur Verfügung gestellt.
Die Pokalpartie wird nicht, wie bei Punktspielen üblich, am Sonntag um 16, sondern erst um 17 Uhr angepfiffen. Den Grund nennt Bettina Grenz-Klein, die Trainerin des TuS Lintfort: "Wir hatten gar nicht damit gerechnet, im Pokal so weit zu kommen. Deshalb hatten wir auch keine Halle gebucht. Jetzt waren die Basketballer der BG Lintfort so nett, uns diesen Termin zur Verfügung zu stellen."
Für die Lintforter Spielerinnen ist es sicherlich das "Spiel des Jahres". So hat die Mannschaft denn auch alles in Bewegung gesetzt, so viele Zuschauer wie möglich in die Glückaufhalle zu bekommen. Familienmitglieder, Freunde und Bekannte wurden eingeladen. Die wohl weiteste Anreise dürften die Eltern von Prudence Kinlend haben, die aus Hessen kommen. "Wir sind unheimlich stolz darauf, zu den besten 16 Mannschaften Deutschlands zu gehören", sagt Bettina Grenz-Klein. . "Allerdings hatten wir mit einigen unterklassigen Gegnern auch viel Losglück und zudem ein Freilos in der Pokalrunde zuvor."
Die Stimmung im Lintforter Lager schwankt im Vorfeld der Pokalpartie zwischen Bammel vor dem starken Kontrahenten und der Vorfreude, gegen eine solche "Übermannschaft" ein offizielles Spiel bestreiten zu dürfen. "Das ist schon eine Besonderheit in der Karriere eine Handballspielerin", glaubt die Lintforter Trainerin. "Allerdings dürfen wir nicht mit zu viel Respekt an diese Aufgabe heran gehen. Es wäre schön, wenn es uns gelingt, die Vorfreude mit ins Spiel zu nehmen und eine besondere Leistung heraus zu kitzeln."
Hinzu kommt, dass die Klosterstädterinnen ihren Anhängern(innen) etwas Besonderes bieten wollen. "Unsere Fans haben immer einen langen Atem bewiesen und sind uns auch in schwierigen Zeiten stets treu geblieben", betont Bettina Grenz-Klein. "Deshalb erwarte ich von meiner Mannschaft auch, dass wir Göppingen einen Kampf bis zum Umfallen liefern. Spielerisch sind wir sicherlich unterlegen, aber im kämpferischen Bereich dürfen wir in nichts nachstehen, völlig unabhängig vom Spielstand. Wir wollen ein würdiger Pokalgegner sein."
Leonies Magen ist verstimmt
In der Meisterschaft des Oberhauses belegen die Göppingerinnen zurzeit den neunten Tabellenrang und weisen bei sieben noch ausstehenden Partien acht Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz auf. Zuletzt überraschte die Mannschaft mit einem 25:25, also einem Punktgewinn, gegen den Tabellendritten Bayer Leverkusen. Bei den Lintforterinnen sind voraussichtlich alle Spielerinnen dabei; lediglich Leonie Berger plagte sich Anfang der Woche noch mit einer Magenverstimmung herum.
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