Volleyball: Der MSC beweist, dass er lernfähig ist
VON NILS JANSEN - zuletzt aktualisiert: 16.02.2009War der 3:0 (25:20, 25:18, 25:17)-Erfolg des Moerser SC beim Aufsteiger TSV Giesen/Hildesheim schon der ersehnte Befreiungsschlag? Trainer Georg Grozer ist vorsichtig, was die Beantwortung dieser Frage betrifft: "Ich will diesen Sieg nicht überbewerten, aber meine Jungs haben mir insgesamt gut gefallen. Für das Selbstvertrauen war der Erfolg sicher wichtig." In der Volleyball-Bundesliga bleiben die "Adler" mit zehn Minuspunkten weiter im oberen Tabellendrittel, also da, wo die Musik spielt.
Das MSC-Ensemble ließ in der Halle 39, einem ehemaligen Hubschrauber-Hangar neben einem Flugplatz in Hildesheim, nichts anbrennen. Abheben durften die Gastgeber während der 71 Spielminuten nahezu gar nicht. Nur kurz zu Beginn der Partie gab es einen kleinen Vorsprung für die Mannschaft von Trainer Michael Mücke. Die Moerser hatten ihre Lektion nach der Niederlage beim VCO Berlin, der ebenfalls vor drei Wochen als krasser Außenseiter gegen die Niederrheiner gestartet war, offensichtlich gelernt. Betont konsequent agierten die Gäste, die sich vor allem beim Aufschlag wieder deutlich steigerten.
So spielte der MSC
Zuspieler-Position: Roland Rademaker
Diagonalangriff: Matthias Mellitzer
Mittelblock: Aleksandar Ljubicic, Renzo Verschuren
Außen/Annahme: Joram Maan, Ivan Perez
Libero: Nikola Rosic
eingewechselt: keiner
Trainer: Georg Grozer
Co-Trainer: Chang Cheng Liu
Zuschauer: 850 in Hildesheim, Halle 39
"Moers hat uns besonders im zweiten und dritten Satz stark unter Druck gesetzt. Wir konnten dagegen einfach nichts ausrichten", bekannte Mücke. Während seine Mannschaft überhaupt nicht zur Entfaltung kam, strahlte der MSC um Kapitän Roland Rademaker Ruhe und Gelassenheit, vor allem aber auch unverkennbaren Siegeswillen aus. Der geforderte Pflichtsieg wurde eingefahren, der Saison-Durchhänger muss damit aber noch nicht unbedingt beendet sein.
Erfreulich aus Moerser Sicht: Ivan Perez zeigte klar ansteigende Form. In den letzten Partien litt der Puertoricaner unter Schmerzen in der Schulter. "Diesmal war er endlich beschwerdefrei", sagte Grozer und registrierte vier Blockpunkte, eine starke Annahmeleistung sowie insgesamt 14 Zähler von Perez. Auch Nikola Rosic und Matthias Mellitzer, die in der vergangenen Woche kaum trainieren konnten, überzeugten den Coach, der seine Startsechs durchspielen ließ.
"Wir hatten keine guten Trainingsvoraussetzungen, so dass ich dem Team Spielpraxis geben wollte. Tim Broshog, der sich nach der Einschätzung Grozers ebenfalls in einer aufsteigenden Form befindet, musste also über die komplette Spielzeit zuschauen. Dominik Sikorski trat die Reise nach Niedersachsen mit an, wusste aber schon vorher, dass er nicht spielen würde. "Er wollte unbedingt beim Team sein, also haben wir ihn mitgenommen", erklärte Grozer.
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