Die Besten spielen zu gut
VON DETLEF KANTHAK - zuletzt aktualisiert: 11.06.2008Allerdings bei internationalen Turnieren, also auf anderen Plätzen. Deshalb sind sie beim TC Moers 08 schmerzlich vermisst worden, als der Damen-Bundesligist um Punkte gespielt hat. So gesehen, ist Rang drei ein Top-Ergebnis.
Kaia Kanepi darf sich freuen. In Estland, ihrer Heimat, gilt die Tennisspielerin des TC Moers 08 als erste Kandidatin bei der Wahl zur Sportlerin des Jahres. Auch Stefan Hofmann zweifelt nicht an so viel Ehre. „Vielleicht gibt es ja irgendwo in Estland noch eine Gewichtheberin, die ihr den Platz streitig machen könnte“, sagt der Manager des Damen-Bundesligisten von der Filder Straße, selbst aber nicht an diese vage Möglichkeit glaubend.
Immerhin, die Estin hat sich den Erfolg in diesem Sommer hart erarbeitet. Gute Leistungen auf den internationalen Tennisfeldern unterstreichen ihre Beliebtheit in der Heimat. Des einen Freud’ ist natürlich des anderen Leid: Während Kaia Kanepi erfolgreich durch Berlin, Rom und Paris tourte, wurde sie während der am Sonntag abgelaufenen Bundesliga-Saison in Moers schmerzlich vermisst.
Demnächst ohne vier
Vier Namen werden vermutlich im nächsten Jahr nicht mehr im Kader des Moerser Bundesligisten auftauchen. Nach zwei Spielzeiten ohne Einsatz wird Karin Knapp kein Thema mehr sein. Die Leistungen von Maret Ani werden als zu schwankend angesehen. Nicht so gut wie gewünscht verlief der Kontakt zu Petra Cetkovska; das dürfte es für die Tschechin gewesen sein. Laura Pous Tio, die Spanierin im Moerser Team, wird ihre Tennis-Karriere auf Spiele in ihrer Heimat beschränken.
Im Vorjahr mehr Glück
Und gleiches erlebte 08 auch mit seinen Spitzenspielerinnen Karin Knapp und Tsvetana Pironkova. „Da hatten wir im vergangenen Jahr mehr Glück“, erinnert sich Hofmann an den Sommer 2007, als Pironkova und Kanepi weniger Erfolg auf internationaler Bühne hatten und folglich häufiger das Moerser Team verstärkten. „Damals lieferte ihnen die Bundesliga die Spielpraxis“, erinnert sich Hofmann.
Für 08 kam‘s dabei knüppeldick. Nur insgesamt fünf Einsätze gab’s für Ekaterina Bychkova, Maret Ani und die zudem noch mit einer Verletzung ins Spiel gegangene Angelique Kerber. Herzlich wenig, denn das war‘s auch schon mit den Top-Spielerinnen. Den Bärenanteil am umso erstaunlicheren guten dritten Rang in der Erstliga-Abschluss-Tabelle luden sich derweil andere Spielerinnen auf die Schultern. Mit Angelika Bachmann, Hana Sromova, Stanislava Hrozenska und Michelle Gerards stand dem Club ein Quartett zur verfügung, das die Punkte sammelte und die 08-Auswahl zusammen hielt. „Das Verständnis in der Mannschaft war sensationell“, spricht Hofmann nur allzu gern vom „Teamgeist“, der Berge versetzte. „So haben wir vier Mal mit 5:4 gewonnen“, erinnert der Manager an die spannenden Begegnungen mit Happy End.
Als Glücksgriff erwies sich zudem die Verpflichtung der erst 15-jährigen Belgierin Tamaryn Hendler, die an unterster Position drei Siege holte. Das Talent soll unbedingt in Moers gehalten werden. „Andere Vereine sind auch nicht blind“, weiß Hofmann um das Geschäft. „Aber Tamaryns Vater hat schon signalisiert, dass sie bei uns bleiben wird.“
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum