Volleyball: Die Wochen der Wahrheit
VON NILS JANSEN - zuletzt aktualisiert: 04.02.2009Für den Moerser SC geht es heute Abend beim VfB Friedrichshafen auch um eine Bestätigung des sensationellen Hinspiel-Erfolgs. Der Februar hält für die "Adler" zudem noch die Spitzenteams aus Berlin und Haching bereit.
Schluss mit lustig – heute Abend wird's wieder ernst für den Volleyball-Bundesligisten Moerser SC. Zwar hat der Serienmeister vom Bodensee den Nimbus der Unbesiegbarkeit mittlerweile verloren, aber der VfB Friedrichshafen dürfte – zumal in eigener Halle – nach wie vor das Maß aller Dinge im nationalen Oberhaus darstellen. Die "Adler" waren am 27. Oktober 2008 das erste deutsche Team, dem nach mehr als eineinhalb Jahren ein Sieg über die "Häfler" gelungen war. Dies zu wiederholen wäre ein Husarenritt par excellence.
Niederlage zur ungünstigen Zeit
Daheim unbesiegt
Will der Moerser SC etwa noch einmal für bundesweite Schlagzeilen sorgen? Dies wäre gesichert, wenn den "Adlern" ein Sieg in Friedrichshafen gelänge. Denn seine vier Niederlagen in dieser Saison kassierte der VfB allesamt auswärts. In der heimischen Arena leuchtet die Weste der "Häfler" noch blütenweiß.
Zwei weitere Niederlagen in der Meisterschaft in Bad Dürrenberg/Spergau und beim SCC Berlin nagten anschließend am Selbstbewusstsein der Friedrichshafener. Das Halbfinal-Aus im Pokalwettbewerb bei Generali Haching bedeutet gar eine Wachablösung in dieser Konkurrenz nach acht Titelgewinnen in Folge. In der Champions League allerdings ist das Moculescu-Team weiterhin im Geschäft. Das 1:3 der Süddeutschen beim SCC Berlin am vergangenen Wochenende kommt für die Moerser nicht gerade günstig. Sie können davon ausgehen, dass der VfB heute Abend mit ordentlich "Wut im Bauch" um Rehabilitation bemüht sein wird.
Es kommt erneut auch zum Duell Grozer senior gegen Grozer junior. Nachdem der ehemalige MSC-Kapitän im Hinspiel noch ausgewechselt worden war, stabilisierten sich seine Leistungen mittlerweile auf der Diagonalposition, die man am Bodensee eigentlich für den koreanischen "Wunderknaben" Sung Min Moon reserviert hatte. Der aber kämpft offensichtlich noch immer mit Anpassungsproblemen.
MSC-Coach Grozer weiß: "Wir fahren nicht stundenlang durch Deutschland, um uns dann einfach aus der Halle fegen zu lassen. Nein, wir werden versuchen, noch einmal gegen den VfB zu gewinnen. Dafür haben wir in den letzten Tagen im Training hart gearbeitet." Der Moerser Trainer setzt auch darauf, dass die "Häfler" unter Druck stehen. "Wenn sie noch einmal gegen uns verlieren, dann finden sie sich nur noch auf Tabellenplatz vier wieder. Wir müssen zusehen, dass wir genau diesen Druck aufbauen. Ich schätze, dass die Jungs vom VfB dann doch nervös werden."
Bis auf Dominik Sikorski, der für die Schule pauken muss, reisen die "Adler" heute mit der Bahn komplett an den Bodensee. Das Spiel wird ab 20.15 Uhr live auf sportdigital.tv aus der Arena Friedrichshafen übertragen.
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