Volleyball: Eine beeindruckende Siegesserie
VON NILS JANSEN - zuletzt aktualisiert: 19.01.2009Der Moerser SC holt sich im Adolfinum gegen den TV Rottenburg den siebten Bundesliga-Erfolg in Folge. Trainer Georg Grozer schickt zu Beginn Tobias Neumann als Zuspieler aufs Parkett. Später ersetzt Kapitän Roland Rademaker den Youngster. Mit ihm läuft der Motor wieder rund.
Roland Rademaker hielt eine Rose in der Hand. Ein klarer Liebesbeweis zweier noch sehr junger Damen, die nach dem 3:1 (23:25, 25:20, 25:13, 25:21)-Erfolg des Moerser SC über den TV Rottenburg allen Mut zusammen nahmen, um dem Niederländer die Blume ohne Blätter und ohne Stachel zu überreichen. Ob sich Teamkapitän Rademaker das blühende Geschenk verdient hat, mag hier nur in sportlicher Hinsicht hinterfragt werden. Ja, er war ein guter Kapitän und ein guter Zuspieler des MSC.
Leidtragender ist Tobias Neumann
Allerdings kam er erst kurz vor Ende des ersten Satzes, den die Moerser gegen couragiert auftretende Gäste aus dem Schwabenland knapp verloren. Nötig war das eigentlich nicht, aber der TVR war etwas wacher, etwas glücklicher und nicht zuletzt auch etwas zwingender in der Einstellung. Leidtragender war Tobias Neumann, den MSC-Trainer Georg Grozer erstmals in dieser Bundesliga-Saison von Beginn an eingesetzt hatte. Neumann musste schließlich das Feld räumen, als der Coach sah, dass es nicht gut für sein Team lief.
So spielte der MSC
Zuspieler: Tobias Neumann
Diagonalangriff: Matthias Mellitzer
Mittelblock: Tim Broshog, Renzo Verschuren
Annahme/Außen: Joram Maan, Ivan Perez
Libero: Nikola Rosic
eingewechselt: Roland Rademaker, Szabolcs Szalai
Allerdings nahm der Coach den jungen Regisseur später in Schutz: "Es war nicht seine Schuld, dass wir den ersten Satz abgegeben haben. Eher schon meine eigene, denn ich habe zu spät auf unseren nervösen Start reagiert." Mit Rademaker auf dem Parkett und mit 700 lautstark anfeuernden Fans im Rücken lief es hernach besser. Deutliche Vorsprünge arbeiteten sich die "Adler" in jedem der folgenden Sätze hinaus, ließen allerdings in den Schlussphasen die Zügel zuweilen etwas schleifen.
Den siebten Sieg in Folge – rechnet man den nationalen Pokalwettbewerb noch hinzu, dann sind es nun sogar zehn Erfolge in Serie – musste sich das Moerser Team ab dem zweiten Durchgang erkämpfen. Zwar stimmte diesmal die Einstellung bei den Gastgebern, aber brillant spielte Moers gestern nicht. Klare Aufwärtstendenz wiesen Ivan Perez und Joram Maan auf. 31 Punkte gelangen den beiden Außenangreifern, die auch in der Annahme recht sicher standen und bei 44 Aufschlägen bis auf drei alle ersten Pässe ans Netz brachten. Damit waren die Mitte – Tim Broshog und Renzo Verschuren punkteten mit 22 Zählern erneut komfortabel – sowie auf der Diagonalposition Matthias Mellitzer (14 Punkte) entlastet. Ob diese Leistung gegen die anderen Top-Teams reichen wird, muss sich allerdings noch zeigen.
Vor dem Auswärtsspiel am kommenden Samstag beim VC Olympia Berlin will Grozer daher noch einen weiteren Test durchführen. Am Mittwoch um 19.30 Uhr gastiert Zweitligist VV Humann Essen zu einem Trainingsspiel im Adolfinum.
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