"Familienausflug" zur WM
VON MAREIKE GEHRMANN - zuletzt aktualisiert: 27.07.2010Die besten Windsurfer der Welt treffen sich ab heute im französischen Martiques, um die neuen Titelträger in den unterschiedlichen Klassen zu küren. Alexandra und Christian Kowollik aus Xanten gehören dazu.
Noch kürzlich war Alexandra Kowollik ganz auf ihr Training in der Kieler Bucht konzentriert. Doch ab jetzt hat sie andere Prioritäten, denn bei den Weltmeisterschaften der Windsurfer im französischen Martiques ertönt heute der erste Startschuss. Bereits im Alter von zehn Jahren stand die heute 15-jährige Xantenerin das erste Mal auf dem Brett, aber erst seit rund zwölf Monaten trainiert sie regelmäßig.
"Das ist zwar ein Nachteil gegenüber der Konkurrenz, aber ich surfe bei der WM nicht um einen vorderen Platz, sondern will Erfahrungen sammeln, von den anderen Surfern etwas lernen, um im nächsten Jahr voll durchzustarten", erklärt Alexandra, die bei der WM in der Klasse "Bic Techno" startet. Das Gleiten bei starkem Wind beherrscht sie bereits gut, dafür bereitet ihr aber das Vorwind-Fahren noch Probleme. Hier beansprucht das 6,8 Quadratmeter große Segel alle Kräfte. Trotz aller Mühen hat sie dieser Wassersport ganz in seinen Bann gezogen. "Es ist ein vielfältiger Sport. Bei jeden Bedingungen kann man ihn ausüben."
Titelsammler
Bei der Deutschen Meisterschaft auf dem Tenderingsee bei Voerde wurde Christian Kowollik in der Gesamtwertung Vierter. 2008 surfte er bei der WM in Sobot (Polen) in der Gesamtwertung auf den elften Rang und in der Seniorenklasse auf den sechsten.
Dass sie sich in ihrer Altersklasse U17 sogar gegen männliche Konkurrenz durchsetzen muss, schreckt Alexandra nicht ab. Und dass Gabi Schlottmann, Bundes- und Heimtrainerin von Junioren-Weltmeisterin Moanna Delle, wegen der Betreuung des olympischen Kaders nicht in Martiques sein kann, beunruhigt die Debütantin nicht. "Ich gehe die Titelkämpfe positiv an", betont sie erneut. Immerhin hat sich ihr Vater Christian Kowollik mit dem polnischen Verband darüber verständigt, dass der die junge Deutsche mit betreuen wird. Wie seiner Tochter stehen auch dem "alten Hasen" an fünf Tagen insgesamt zwölf Regatten in der Raceboard-Klasse bevor. Er selbst liebäugelt mit einem Platz unter den Top Ten und bewundert die großen Fortschritte seiner Tochter: "Alexandra ist ein Steh-Auf-Männchen. Sie kämpft sich in kleinen Schritten vorwärts. Besonders der dritte Platz bei den Landesmeisterschaften hat sie aufgebaut."
Vor Kiel trainiert
Den letzten Schliff hat sich die Xantenerin im Kieler Trainingslager geholt. Hier wurde sie von der Bundestrainerin noch einmal mit taktischen Finessen, den Regeln und bestimmten Manövern vertraut gemacht. Auch wenn bei der WM nicht alles nach Plan verlaufen sollte, will sich die Realschülerin verstärkt dem Surfen widmen und im Kieler Sportinternat ihr Abitur ablegen. "Es ist eine schwere Entscheidung, denn es geht um einen wichtigen Teil meines Lebens"
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