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Sportfest: Fiskus bremst Sportverband aus

VON UWE THELEN - zuletzt aktualisiert: 02.08.2007

Eigentlich sollte am kommenden Wochenende das traditionelle Rheurdter Gemeinde-Sportfest stattfinden, doch der Fiskus hat den Veranstaltern einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. Günter Schlüpen, Vorsitzender des Gemeinde-Sportverbandes (GSV) Rheurdt, sah sich daraufhin gezwungen, die Veranstaltung abzusagen.

Alle drei Jahre werden Vereine vom Finanzamt auf ihre Gemeinnützigkeit überprüft. „Als ich die Unterlagen persönlich eingereicht habe, wurde mir sofort gesagt, dass für die Jahre 2004 und 2005 alles in Ordnung sei. Im vergangenen Jahr hatten wir allerdings beim Sportfest den gesetzlich festgelegten Maximal-Umsatz von 17 500 Euro überschritten“, erklärt Schlüpen. „Wenn wir die Veranstaltung in diesem Jahr wieder durchgeführt hätten, wären wir wie ein Kleinunternehmer behandelt worden und hätten für die nächsten fünf Jahre Umsatzsteuer zahlen müssen.“

Auch Schlüpens Idee, die Summe auf alle Vereine im GSV umzulegen, war nicht realisierbar, weil sonst die Clubs ihre Gemeinnützigkeit gefährdet hätten. Schlüpen weiter: „Ich bin dann aufs kommende Jahr vertröstet worden, weil dann ein neues Vereinsgesetz in Kraft treten soll.“ Der Umsatz des GSV im vergangenen Jahr betrug etwas mehr als 21000 und der Gewinn 10300 Euro. Dieser wurde komplett an die Jugend-Abteilungen der Rheurdter Vereine weiter gegeben. Doch auch dieser Aspekt änderte letztlich nichts an der verfahrenen Situation.

Heißluftballons und Hubschrauber

Da der GSV für dieses Jahr bereits Vorverträge abgeschlossen hatte, musste Schlüpen erst mal versuchen, alles wieder rückgängig zu machen. „Zum Glück gab’s da keine Schwierigkeiten“, bilanziert er erleichtert. „Ich bin von allen Seiten äußerst zuvorkommend behandelt worden.“ Angedacht war zum Beispiel, dass fünf Heißluftballons starten sollten; dafür waren schon drei Gutscheine verkauft worden. Jetzt haben sich alle Beteiligten darauf geeinigt, die Aktion irgendwann nachzuholen. Auf dem Programm standen zudem Flüge mit Hubschraubern, die auf dem Aschenplatz in Rheurdt starten und landen sollten.

In der Nähe des Aschenplatzes findet am kommenden Wochenende ein Fußball-Jugendturnier statt. Wegen der Hubschrauber gab’s für den GSV die Auflage, den Aschenplatz mit einem großen, rund 150 m langen Bauzaun abzusperren. Zumindest das hat sich mit der Absage des Sportfestes erledigt. Schlüpen ist trotzdem immer noch wütend: „Da versuchen wir, alles für unsere Jugendlichen zu tun, und dann werden einem von allen Seiten Knüppel zwischen die Beine geworfen. Das ist ein Unding.“

Übrigens: Das nächste Gemeinde-Sportfest wird im kommenden Jahr während der Fußball-Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz durchgeführt.

Quelle: RP

 
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