Volleyball: Georg Grozers Großprojekt
VON NILS JANSEN - zuletzt aktualisiert: 06.07.2010Der ehemalige Volleyball-Starspieler konzipiert ein Sport- und Freizeitzentrum in Neukirchen-Vluyn. Weil er auf eine Zusage aus Moers wohl noch einige Zeit warten müsste. Der Schwerpunkt soll auf einem Hallen- und Beachvolleyball-Komplex mit einem integrierten Internat liegen.
Die Kassenlage der kommunalen Kämmerer ist desaströs, aber davon lässt sich Georg Grozer keineswegs irritieren. Seit einigen Monaten arbeitet der frühere Weltklasse-Volleyballer und ehemalige Trainer des Bundesligisten Moerser SC an der Konzeption eines Sport- und Freizeitzentrums in der Region.
Die erste Adresse für sein Vorhaben war seine Heimatstadt Moers. Dort aber wird es keine schnelle Entscheidung geben. "Frühestens in einem Jahr kann die Stadt eine verbindliche Aussage tätigen. So lange will ich nicht warten." Jetzt gilt Neukirchen-Vluyn als sein Favorit. "Es gibt zwar noch Alternativen, aber für mich und meine Familie liegt Neukirchen-Vluyn ja fast vor der eigenen Haustür", sagt der 45-jährige Grozer.
Kostenschätzung: 4,6 Mio. Euro
Das Vorhaben dürfte nach Schätzungen des Initiators rund 4,6 Millionen Euro kosten. Getragen werden soll die Investition ausschließlich von privaten Geldgebern, die der einstige Volleyball-Star und Nationalspieler für seine Idee begeistern konnte. "Damit liege ich den öffentlichen Kassen nicht auf der Tasche und bin relativ frei in der Gestaltung des Projekts", so Grozer. Er sieht für "sein" Sportzentrum mehrere Nutzungsmöglichkeiten vor.
Dazu gehören eine Beachvolleyball-Anlage, die auch als Beach-Soccer- oder Beachhandball-Fläche genutzt werden kann. Zudem ist eine Dreifach-Sporthalle, die 1450 Zuschauern Platz bieten soll, mit einer ausgeklügelten Konstruktion vorgesehen, in der hauptsächlich Hallenvolleyball gespielt werden soll und in der Schulsport Platz finden kann. Die Deckenhöhe entspricht mit 9,30 m Bundesliga-Anforderungen.
Dem Moerser schwebt außerdem die Installation eines Internats mit einer Kapazität von 25 Plätzen vor. Das dazu erforderliche Volleyball-Trainerteam hat Grozer nach eigenen Angaben bereits auf Abruf bereit stehen. "Diese Leute haben mehr als 1000 Länderspiele auf dem Buckel", erklärt der Initiator. "Insgesamt 17 junge Sportler beziehungsweise deren Eltern haben mich darauf schon angesprochen."
Dem Moerser SC, bei dem er einst seine größten Erfolge feierte, hat Grozer, wie er sagt, bereits eine Zusammenarbeit angeboten. "Herr Krivec (das ist der Präsident des Vereins; die Red.) hat aber kein Interesse", ergänzt "Magic Schorsch". Also will er die ganze Angelegenheit ohne seinen ehemaligen Verein durchziehen: "Selbstverständlich bin ich offen für Sportvereine, die den Nachwuchssportlern unter unserer Betreuung eine Heimat bieten wollen. Der Schwerpunkt wird allerdings im Bereich des Hallenvolleyballs liegen."
Ergänzt werden soll das Sport- und Freizeitangebot durch einen Fitnessbereich, eine Surfanlage und eine Kunststoff-Eisfläche – alles nach neuesten technischen Entwicklungen geplant und – so Grozer – vor allem bezahlbar.
Bundesleistungszentrum?
Ein Restaurant mit einer Terrasse, die mehr als 1000 Besuchern Platz bieten soll, ist ebenfalls vorgesehen. Eine Zusammenarbeit im Leistungssport-Bereich ist mit den Universitäten in Köln und Bochum sowie mit dem Deutschen Volleyball-Verband (DVV) angedacht. "Entsprechende Gespräche habe ich mehrfach geführt, und die Unterstützung, die ich dabei erfahre, ist beachtlich", sagt Grozer. DVV-Sportdirektor Günter Hamel soll demnach sogar ein Bundesleistungszentrum für den Beachvolleyballbereich in Aussicht gestellt haben.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum