Tennis: Gewinnerin im Wartestand
VON DETLEF KANTHAK - zuletzt aktualisiert: 21.04.2008Nach zwei vergeblichen Anläufen entscheidet Hanna Krampe die ZWS Open in Moers für sich. Auf ihren Sieg muss sie allerdings lange warten. Das „Multi-Talent“ Christian Schäffkes, Sieger der Herren 30, sorgt für die Verzögerung.
Mehr als nur Ersatz
Weil im Viererfeld der Damen 30 eine Teilnehmerin kurzfristig absagen musste, sprang Bärbel Becker, Mannschaftsführerin der Regionalliga-Auswahl des TC Moers 08, kurzfristig ein. So viel Engagement blieb nicht ohne Belohnung: Zwei ihrer drei Spiele gewann die Moerserin, nur gegen die spätere Siegerin Silke Richard aus Düsseldorf musste sich Bärbel Becker geschlagen geben.
Was das Wetter nicht schaffte, das gelang Christian Schäffkes. Bei teils „gefühlten Minusgraden“, so die Turnierleiterin Desirée Leupold, an den ersten Spieltagen sowie besten Tennisbedingungen am gestrigen Endspieltag blieben die Spielerinnen bei den ZWS Open auf der Platzanlage des TC Moers 08 nicht nur vor dem unangenehmen Gang in die Halle, sondern auch von eventuellen Zeitverzögerungen verschont.
Bis Schäffkes kam! Das sportliche Multi-Talent hatte morgens, als Handballer des TV Jahn Hiesfeld II, noch ein wichtiges Meisterschaftsspiel. Danach ging es flugs wieder auf den Tenniscourt an der Filder Straße. Zu spät allerdings,um den Terminplan nicht doch noch, quasi in letzter Minute, durcheinander zu wirbeln. Um nicht mit den Herren 30 zu kollidieren, mussten die Damen, gemeinhin ja die Attraktion des inzwischen immer beliebteren Turniers, nämlich mehr als eine Stunde warten, ehe sie ihr Finale eröffnen durften.
„Sieger“ der Herzen unterliegt
Schäffkes wird’s egal gewesen sein. Denn was dem Handballer nicht gelang (da verlor er sein Spiel und muss mit seinem Team sogar aus der Landesliga absteigen), das klappte im Endspiel gegen den ob seiner erfolgreichen Profi-Karriere schon fast „legendären“ Karsten Braasch. „Die Katze“, beim Moerser Publikum „Sieger der Herzen“, musste sich gegen Schäffkes knapp mit 6:7, 6:7 geschlagen geben.
Angesichts des Publikumsinteresses fast schon im Abseits der Herren 30 stehend, ermittelten die Damen ihre ZWS-Siegerin. Nach zwei vergeblichen Anläufen in den beiden vergangenen Jahren war diesmal die Zeit für Hanna Krampe reif. Die Bochumer Bundesliga-Spielerin behauptete sich im Finale gegen die Wahlstedterin Julia Paetow ungefährdet. So, als könne sie das Ende kaum erwarten, schloss sie den ersten Satz im Schnellgang mit 6:0 ab, ließ dann noch ein 7:6 folgen und durfte sich anschließend über die Siegprämie von 800 Euro freuen. Auf dem Weg zum dicken Scheck hatte die sympathische Bochumerin immerhin die Mitfavoritinnen Imke Küsgen (Etuf Essen) und Daniela Kalthoff aus Lintorf aus dem Turnier geworfen und war in sämtlichen vier Begegnungen, die sie absolvierte, ohne Satzverlust geblieben.
Nicht gut lief’s dagegen für die Turnier-Favoritinnen: Julia Babilon, an Eins gesetzt und ebenfalls aus Bochum, war eine lange Verletzungspause deutlich anzumerken; ihr „Aus“ kam im Viertelfinale. Die zweitgesetzte Franziska Etzel (Lintorf) überstand gar nur die erste Runde. Ohne Chance blieben auch die Teilnehmerinnen des gastgebenden TC 08. Lediglich Jenny Höhn spielte sich in die zweite Runde. Nur einmal zum Einsatz gelangten Anne Blawatt, Katharina Spilles, Sabine Krause, Sinha Eickens, Zita Engbroks und Pascale Neubert.
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