Tennis: Guter Tscheche, müder Lesic
VON DETLEF KANTHAK - zuletzt aktualisiert: 07.07.2008Der Sieger der 20. Kamp-Lintfort Open heißt Tomas Jecminek. Der Tscheche bezwang im Endspiel den Repelener Lokalmatador Mario Lesic, dem die Strapazen des Halbfinal-Marathons gegen Artemon Apostu-Efremov anzumerken waren. Lydia Steinbach holt sich den Titel der Damen.
Hans-Jörg Fleisch sollte es in dieser Woche mal mit einem Lottoschein versuchen. Vielleicht hat er ja noch einmal einen so sicheren Tipp wie vor dem Start der 20. Kamp-Lintfort Open. „Der Tscheche ist gut“, verriet der Sportwart des gastgebenden TC Blau-Weiß Kamp-Lintfort noch vor den ersten Ballwechseln seinen Geheimfavoriten, bewies damit auch große Fachkunde.
Und der Tscheche Tomas Jecminek war wirklich gut drauf! Mario Lesic hat’s im letzten Spiel des Turniers erfahren müssen. Der Lokalmatador vom TC SG Repelen-Rheinkamp unterlag dem für den TC Radolfzell antretenden Jecminek im lediglich 80 Minuten währenden Endspiel mit 1:6 und 5:7.
Sieg der Favoritin
Mit Lydia Steinbach setzte sich die Turnierfavoriten der diesjährigen Kamp-Lintfort Open durch. Die Wahlstedterin bezwang im Finale Daniela Kalthoff vom TC Lintorf mit 6:3, 6:4. Im Halbfinale hatte sich die spätere Siegerin mit 4:6, 6:4 und 6:0 gegen die Rochusclub-Spielerin Laura Zelder behauptet. Auch Daniela Kalthoff musste im Semifinale gegen ihre Vereinskollegin Franziska Etzel über drei Sätze (1:6, 6:4, 6:3) gehen.
Vier Breakbälle wehrte der Turniersieger gleich im ersten Spiel ab, zog in der Folge mit seinem größeren Repertoire die Partie an sich und siegte locker im ersten Durchgang. Mit einer 2:0-Führung im zweiten Satz meldete sich Lesic noch einmal zurück, doch der Tscheche glich bis zum 4:4 aus. Mit seinem ersten Matchball beendete Jecminek die Begegnung und durfte sich verdient die Gratulation Lesic’, den Applaus der Zuschauer und später, im Clubhaus der Blau-Weißen, ein dickes Kuvert mit der Siegprämie von 1350 Euro abholen.
Die beiden ungesetzten Finalisten waren in den Spielrunden zuvor aufgebrochen, den Favoriten der Open den Garaus zu machen. Der Augsburger Pirmin Hänle, an Position drei gesetzt, war des Tschechen erstes Opfer. Im Halbfinale profitierte Jecminek von der Grippe, die den Turnierfavoriten Mark Joachim gepackt hatte. Bei 6:2 und 2:0 für den Gegner warf der Kamp-Lintforter das Handtuch – nicht wenige unter den Zuschauern aber waren der Meinung, dass auch ein gesunder Titelverteidiger an diesem Samstag nicht hätte gewinnen können.
Im Achtelfinale gegen den an sieben gesetzten Dortmunder Dean Jackson musste Lesic weite Wege gehen. Mit dem 7:5 und 6:0 gegen den Zweiten der Rangliste, Oscar Sabate-Bretos vom Düsseldorfer Rochusclub, gelang ihm ein Husarenstreich, dem er im Halbfinale schließlich noch ein äußerst spannendes, weil hart umkämpftes 6:3, 6:7 und 6:4 gegen den letztjährigen Finalisten Artemon Apostu-Efremov (Güglingen) folgen ließ. Das kostete die letzten Kraftreserven, die dem Repelener im Finale fehlten!
Jecminek „entschuldigte“ sich
„Mario war müde vom Halbfinale, ich war müde, weil es mein drittes Turnier in zwei Wochen war“, entschuldigte sich Jecminek beim Publikum für das mit seinen langen Ballwechseln zwar ansehnliche und unterhaltsame, aber schnell beendete Finale. Vielleicht dauert’s ja dafür im kommenden Jahr länger. „Wenn es möglich ist, werde ich wieder nach Kamp-Lintfort kommen“, versprach der Open-Sieger 2008 am Mikrofon bei der Siegerehrung.
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