Radfahren: Harter Sport mit Spaßpotenzial
VON ACHIM BERTENBURG - zuletzt aktualisiert: 25.07.2007„Dirt“ zählt zum Anspruchsvollsten, was der Trendsport BMX zu bieten hat. Das solide Citybike ist dagegen mehr etwas für Leute, die mit dem Radfahren einfach nur etwas für ihre Lebensqualität tun wollen.
Jeder entscheidet selbst
erlernt man mit Hilfe von Freunden – und entwickelt dann langsam seinen eigenen Stil. Jeder entscheidet selbst, wie oft, wie hart und was er fahren will. Nur so viel ist klar: Die Trails im Moerser Freizeitpark werden in eigener Regie in Schuss gehalten. Es gilt also auch zu schippen.
Informationen über die zwei noch ausstehenden Stopps der inoffiziellen Deutschen Meisterschaft gibt‘s im Internet.
BMX, Bonanza-Chopper, Citybike, Mountainbike – alles Spaßmaschinen, die in der vergangenen Woche im Moerser Freizeitpark gesichtet wurden (die RP berichtete). Ihre jungen Besitzer(innen) und auch ein Polizist gaben Auskunft, weshalb ein Rad fürs Leben so wichtig ist.
Fleißarbeit an der Schippe
Am Samstag grassierte das BMX-Fieber im Park. Sportler aus vier Nationen waren angereist, um im Rahmen der „Playstation The Champ Series 2007“ in der Disziplin „Dirt“ ihr Bestes zu geben. Dabei war die Frage, ob überhaupt gestartet werden konnte, am Tag vor dem Wettbewerb noch nicht geklärt. Die Piste – genau genommen sind es drei Trails – drohte im Regen zu versinken. Zwar waren die Hindernisse mit großen Planen abgedeckt, doch konnten die Wassermassen nur mit Hilfe der städtischen Servicebetriebe abgepumpt werden. Der Rest war dann Fleißarbeit der Biker an der Schippe, und Moers konnte seine „Dirt-Feuertaufe“ feiern.
„Dirt“ zählt zum Anspruchsvollsten, was der Trendsport BMX zu bieten hat. Aber was heißt hier Trendsport? Ganz klar: „Das ist ein harter Sport, aber mit viel Spaßpotenzial“, urteilt Georg Grozer junior. Der Kapitän des Moerser Volleyball-Bundesligisten machte sich vor Ort selbst ein Bild vom Geschehen. Die rund 1000 Zuschauer bekamen in der Tat großen Sport geboten, sahen sich mit mutigen Jumps und Loops bestens unterhalten. Es war, wenn man denn so will, eine frische, lustvolle Alternative zum öden Dopingtheater vor und während der Frankreich-Rundfahrt.
Radfahren gehörte schon immer zu den Sportarten, die generations-übergreifend bis ins hohe Alter mit Freude ausgeübt werden können. Die RP hat wiederholt über die vielfältigen Angebote der Radsportvereine in Moers und Umgebung sowie auch des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) berichtet. Die Vorteile des Vereinssports liegen auf der Hand: gute Trainingsmöglichkeiten und zielgerichtete Heranführung an eine Sportart durch ausgebildete Trainer.
Organisationen wie der ADFC sind besonders für Freizeitsportler geeignet, die Wert auf Unterhaltung und Kontakt zu Gleichgesinnten legen. Bekanntschaften sind schnell geknüpft. Keine Frage: Sport ist in zunehmendem Maß auch ein bedeutender Faktor der Lebensqualität und nimmt in unserer Gesellschaft auch außerhalb der Vereine einen immer größeren Stellenwert ein. Für eine Kommune ist er zudem ein wichtiger Standortfaktor. Nicht immer schaffen große Investitionen ein wirklich sportliches Klima. Oft genügen etwas guter Wille und der Mut der Planer, eingefahrene Wege zu verlassen.
„BMX verbindet“
Die Stadt Moers jedenfalls hat sich mit seinen kleinen und großen Erdhaufen im Freizeitpark auf Anhieb zum „vielleicht schönsten Dirt-Contest der Republik“ (so die einhellige Aussage der Fahrer) gemausert. „Champ“ kann auch hier nur einer werden. Wichtiger als der Sieg ist indes, so der Moerser Profi Benny Paulsen, „zusammen zu fahren und dabei Spaß zu haben“. Dabei spiele es keine Rolle, ob Anfänger oder gesponserter Profi-BMX-Fahrer, denn: „BMX verbindet.“
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