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Hornberger Schießen in Kamp-Lintfort

VON NILS JANSEN - zuletzt aktualisiert: 10.05.2007

Rückt die mögliche Fusion zwischen den beiden Vereinen TuS Fichte Lintfort und SV Lintfort plötzlich wieder in weite Ferne? Die jüngsten Äußerungen der beiden Vereinsvorsitzenden Gerd Wahle (Fichte) und Ulrike Wagner (SVL) lassen dies befürchten. Nachdem Wahle vor wenigen Tagen bereits einen sogenannten „Plan B“ angekündigt hat für den Fall, dass sich die andere Seite nicht kurzfristig für ein Zusammengehen entscheiden sollte, erklärte Ulrike Wagner gestern: „Wenn sich beide Seiten nicht über die Standortfrage einigen können, dann sind wir wohl eher weiter auseinander, denn näher zusammengerückt.“ Es droht also ganz offensichtlich das Scheitern der Fusion.

Keine Kenntnis vom Fahrplan

Erstaunlich war indes, dass Frau Wagner zwei Tage nach den in der RP am Montag exklusiv geäußerten deutlichen Worten Wahles („Ich schaffe jetzt Fakten“) angabegemäß noch keine Kenntnis vom jüngsten Fahrplan der Fichteraner hatte. „Ich habe am 18. April ein Schreiben von Gerd Wahle erhalten, auf das ich bis jetzt noch nicht geantwortet habe. Das liegt daran, dass ich noch auf eine Information aus dem Sportamt warte, welche eine Veränderung der Nutzung bestimmter Flächen im Zentrum von Kamp-Lintfort zum Inhalt hat. Es geht unter anderem um die alten Tennisplätze an der Eyller Straße, die einer neuen Feuerwache weichen könnten. Und im Übrigen habe ich mehrfach versucht, Herrn Wahle zu erreichen, was mir aber nicht gelungen ist.“ Das gesamte Gelände von SVL, Türkiyemspor Lintfort und eben diesen Tennisplätzen wäre aus meiner Sicht ideal als Standort eines neuen Großvereins.“

Dagegen favorisiert Fichte den Ausbau der Anlage an der Franzstraße, unter anderem auch deshalb, weil dort die Anwohner weniger Belästigung durch Sportveranstaltungen erfahren als zentrumsnah an der Konradstraße/Eyller Straße. Fichte will nach Angaben Wahles also endlich mit der Realisierung seiner Ideen - u.a. der Errichtung eines Kunstrasenplatzes, der Aufstellung eines Gebäudes in Schnellbauweise und der Sanierung des Fichteheims - loslegen, der SVL will laut Frau Wagner noch auf Erklärungen der Stadt Kamp-Lintfort zu möglichen Sportanlagen warten.

Da aber die finanzielle Situation der Kommune nicht rosig ist, wird selbst eine solche Erklärung - sofern es sie denn überhaupt geben wird - nicht für einen warmen Geldregen zum Bau von Sportplätzen und der dazu notwendigen Infrastruktur führen. Das Sportamt ließ nämlich schon vor Monaten gegenüber der RP verlauten, dass sich zunächst die Vereine über Fusion und Standort einigen sollten, ehe dann die Kommune ihr mögliches Zutun signalisieren könne.

Fazit: Die Situation stellt sich aktuell wie das Hornberger Schießen dar, und nur Optimisten sehen eine schnelle Fusion in Reichweite.

Quelle: RP

 
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