Reiten: Isabell Werth trotzt allen Irrungen und Wirrungen
VON NILS JANSEN - zuletzt aktualisiert: 09.06.2008Isabell Werth hat einen dicht gefüllten Terminkalender. Auf diesen achtet sie, und damit fährt beziehungsweise reitet sie gut. Würde sie sich auf die Angaben ihrer eigenen Internetseite verlassen, dann hätte sie das Wochenende vermutlich daheim in Rheinberg verbracht, statt im sauerländischen Balve, wo die Deutschen Dressur-Meisterschaften stattfanden. Die mit der Pflege ihrer Website beauftragte Agentur kündigte als DM-Termin nämlich erst das kommende Wochenende an. Aus der Erfolgsspur hat es die Doppel-Weltmeisterin nicht gebracht: Sie holte sich mit Warum Nicht den achten nationalen Meistertitel.
Zwar war sie nach der abschließenden Kür gestern reichlich wütend auf einen unachtsamen „Störenfried“, aber es reichte dennoch zum Gesamtsieg. „Ich war ziemlich geladen. Irgendjemand hat Wasser von einer Plane herunter gestoßen. Mein Pferd wollte danach zu den Einerwechseln nicht mehr in die Ecke“, erklärte sie nach ihrem achten Meisterstück. „Hannes“ war zuvor aus dem Rhythmus geraten und hatte ungewohnte Unsicherheiten verraten.
Auf den Plätzen folgten Heike Kemmer (Winsen) mit Bonaparte und Nadine Capellmann (Würselen) mit Elvis. Dieses Trio wurde für den Nationenpreis in Aachen nominiert. Ebenso der Sieger bei den Männern, Matthias Rath (Kronberg), der mit Sterntaler erstmals Deutscher Meister wurde. Dieses Quartett dürfte auch die Nominierung für die Olympischen Spiele in der Tasche haben, denn Bundestrainer Holger Schmezer hatte zuvor erklärt: „Nur wer nach Balve den Sprung in die Vierer-Equipe für die letzte Olympia-Sichtung in Aachen Anfang Juli schafft, darf auf eine Olympia-Fahrkarte hoffen.“
Bei Isabell Werth gibt’s nicht den geringsten Zweifel an einer Nominierung für die olympischen Reiterspiele in Hongkong, zumal da sie mit ihrem Wallach Satchmo noch ein etwas heißeres Eisen im Feuer hat.
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