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Reiten: Jetzt soll Satchmo Kraft tanken

VON NILS JANSEN - zuletzt aktualisiert: 07.07.2008

Das Weltfest des Pferdesports wurde von Isabell Werth dominiert. In den fünf großen Dressur-Prüfungen siegte die Rheinbergerin fünf Mal. Die Nominierung für die olympische Dressur-Equipe war damit lediglich Formsache.

Hochkonzentriert piaffierte Isabell Werth mit Satchmo beim Großen Preis von Aachen gestern durch das Dressurviereck zum Sieg. Bild: Reuters Foto: RPO
Hochkonzentriert piaffierte Isabell Werth mit Satchmo beim Großen Preis von Aachen gestern durch das Dressurviereck zum Sieg. Bild: Reuters Foto: RPO

In den Annalen des CHIO in Aachen nimmt Isabell Werth aus Rheinberg eine exponierte Stellung ein. Fünf Mal startete sie mit Satchmo und Warum Nicht in der Soers, fünf Mal nahm sie anschließend die Goldschleifen, diverse Siegerschecks und hundertfache Gratulationen an. Die deutsche Nationalhymne müsste ihr nach den tollen Tagen von Aachen wie ein Ohrwurm klingen. Die gelernte Juristin unterstrich nachhaltig ihre Ambitionen auf olympisches Gold in Hongkong. Es war lediglich eine Formsache, dass sie nun auch offiziell für die Olympia-Equipe nominiert wurde. Beide Pferde aus dem Stall in Winterswick reisen mit nach China und gehen ab dem 18. Juli in die obligatorische Quarantäne.

Info

Equipe nominiert

Neben Isabell Werth sind gestern Nadine Capellmann (Würselen) mit Elvis, Heike Kemmer (Winsen) mit Bonaparte und Monica Theodorescu (Versmold) mit Whisper für die Olympische Dressur-Equipe nominiert worden.

Anky beobachtete alles genau

Was Isabell Werth im Dressurviereck beim Weltfest des Pferdesports ablieferte, wurde von ihrer stärksten Konkurrentin um olympisches Edelmetall, der Niederländerin Anky van Grunsven, intensiv beobachtet. Weil aber die Gewinnerin der Einzel-Konkurrenz von Athen vor vier Jahren ihr bestes Pferd Salinero im Stall daheim in Erp belassen hatte, kam es noch nicht zum ganz großen Showdown der beiden Dressurköniginnen vor der Abreise ins Land der Mitte. 87 Kilometer von einander entfernt wohnen und arbeiten die beiden besten Sportlerinnen ihrer Zunft, aber die Entscheidung darüber, wer die Beste in diesem Jahr sein wird, fällt in rund 12 000 Kilometer Distanz.

Am Wochenende ließ die Rheinbergerin ihre Erfolge Nummer drei bis fünf in Aachen folgen, nachdem sie bereits zum Auftakt zweimal siegreich war. „Ich hatte ein sehr schönes Gefühl, die Musik berührt und emotionalisiert mich immer wieder. Wir haben sie seit dem vergangenen Jahr noch einmal verändert, da viele Kritik äußerten, es sei zu viel Gesang drin. Jetzt wurde es insgesamt neu komponiert und der stimmliche Part klingt mehr wie ein Instrument. Ich hoffe, dass wir unsere Form auch bei den Olympischen Spielen erreichen können, denn jetzt bekommt Satchmo erst einmal Pause und wird dann wieder aufgebaut“, sagte sie gestern nach ihrem insgesamt zehnten Erfolg beim Großen Preis von Aachen.

Mit ihrem „Hannes“ gewann sie zwei Grand-Prix-Prüfungen in der „kleinen CDI-Tour“, Satchmo war das Maß aller Dinge im Grand Prix, im Grand Prix Special und in der Kür. Hinter ihr landete gestern Adelinde Cornelissen (Niederlande) mit Parzival im Großen Preis von Aachen. Sie wird von Sjef Janssen, dem Ehemann und Trainer von Anky van Grunsven gecoacht. Ein weiteres Ass aus dem Nachbarland ist also auf dem Vormarsch, denn Asse wie Andreas Helgstrand (Dänemark), Nadine Capellmann (Würselen) oder Heike Kemmer (Winsen) mussten sich allesamt hinter ihr einreihen.

Quelle: RP

 
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