Kegler feiern ihre "Gold-Melli"
VON NILS JANSEN - zuletzt aktualisiert: 31.07.2010Im Clubheim der VSK Kamp-Lintfort gab's gestern Abend einen großen Empfang für U 23-Bundestrainer Michael Hänsel, Marcel Schneimann und die frischgebackene Doppel-Weltmeisterin Melanie Zimmer.
Wie im Tunnel
"Vom Finale weiß ich nichts mehr", sagte Melanie Zimmer gestern Abend nach ihrer Rückkehr aus Brasilien. Im Sprint-Wettbewerb setzte sie sich im K.o.-System durch und hatte sich hoch konzentriert wie im Tunnel gefühlt. "Ich weiß nur noch, dass Marcel mich an der Bahn die ganze Zeit angefeuert hat."
Einen großen Bahnhof bereiteten die Vereinsmitglieder der VSK Kamp-Lintfort gestern Abend ihrem erfolgreichen Trio, das mit zwei Goldmedaillen von den U 23-Weltmeisterschaften der Sportkegler aus Brasilien an den Niederrhein zurück gekehrt war. Bundestrainer Michael Hänsel, Marcel Schneimann und Doppel-Weltmeisterin Melanie Zimmer wurden im Vereinsheim standesgemäß mit der Nationalhymne empfangen. Sie waren sichtlich überrascht, denn erst mittags landeten sie mit der Maschine aus Rio de Janeiro in Frankfurt. "Melli" Zimmer hatte in Campo Bom Gold im Sprint- sowie im Paarkampf gewonnen (die RP berichtete).
"Wir sind mächtig stolz auf Euch"
"Wir haben Euch nach Brasilien geschickt, ordentlich die Daumen gedrückt – und jetzt seid ihr mit tollen Erfolgen zurück gekommen. Wir sind mächtig stolz auf Euch", begrüßte der Vereinsvorsitzende Willi Schneimann die kleine Delegation mit den bunten T-Shirts. Freunde, Fans, Familienangehörige wurden geherzt, auch einige Tränen der Freude vergoss Melanie Zimmer, die 21-jährige Kamp-Lintforterin, ehe sie sich glücklich, aber auch erschöpft feiern ließ. Mit gemischten Gefühlen erlebte sie die Titelkämpfe im kühlen Süden Brasiliens. "Die Bedingungen in der Halle waren miserabel für uns. Es gab bei 10 Grad Außentemperatur keine Heizung. Wir hatten fast alle unter muskulären Problemen zu leiden. Meine zwei Goldmedaillen sind vor diesem Hintergrund fast noch mehr wert", meinte sie. Ihr Vereinskamerad Marcel Schneimann – er wechselt in der kommenden Saison allerdings von Kamp-Lintfort nach Oberhausen – war im Tandem-Wettbewerb nur knapp an Bronze vorbei geschrammt (die RP berichtete). Dennoch zog auch er ein versöhnliches Fazit: "Die Abschlussfeier hat für vieles entschädigt, was wir dort erlebt haben." Damit meinte er diverse unfaire Aktionen der brasilianischen Funktionäre (die RP berichtete).
Die Aktiven des Gastgebers hatten zwölf von 14 Goldmedaillen ergattert. Nur zwei Titel wanderten außer Landes – sie lagen im Koffer von Melanie Zimmer. Vier Tage Kurzurlaub hängten die deutschen Sportler noch dran. In Rio mussten sie dann auch nicht mehr frösteln. 30 Grad warm war es an der Copacabana, wo sich Melanie schließlich einen Sonnenbrand zuzog.
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