Volleyball: Krivec opfert Ralph Bergmann
VON NILS JANSEN - zuletzt aktualisiert: 09.06.2008Wegen des Zwangsumzugs in die Tennishalle an der Bismarckstraße muss der Volleyball-Bundesligist Moerser SC an allen Ecken und Enden sparen. Auch am spielenden Personal. Deshalb bekommt Bergmann keinen neuen Vertrag.
Investitionsstau
Die Tennishalle an der Bismarckstraße in Meerbeck misst rund 80 mal 40 Meter – Maße, die für den Spielbetrieb in der Volleyball-Bundesliga ausreichen dürften. Allerdings müssten kurzfristig noch erhebliche Investitionen in die Infrastruktur des Komplexes erfolgen. Wer diese bezahlten soll, ist noch völlig offen.
Ereignisreiche Tage liegen hinter den „Machern“ des Volleyball-Bundesligisten Moerser SC. Zunächst ereilte den Club eine vorläufige Absage zum Antrag bei der Deutschen-Volleyball-Liga (DVL), in der kommenden Saison aufgrund der Schließung des Sportzentrums Rheinkamp in der Halle des Gymnasiums Adolfinum Bundesliga- und Europapokalspiele austragen zu dürfen. Am Freitag Abend zauberte der Sportausschuss der kommunalen Verwaltung dann einen anderen Standort aus dem Hut. Die derzeit nicht genutzte Tennishalle an der Bismarckstraße soll für die nächsten zwei Jahre die sportliche Heimat der „Adler“ werden. Dazu sind allerdings kurzfristig erhebliche Investitionen zu tätigen. Und nun geht die Diskussion darüber los, wer das bezahlen soll.
Die Frist beträgt zwei Jahre
Der DVL fehlt vor allem die Erklärung der Stadt Moers, innerhalb von zwei Jahren eine adäquate Halle für den Bundesliga-Sport zur Verfügung stellen zu können. Allerdings steht dazu noch ein Ratsbeschluss aus, der für den 18. Juni erwartet wird. MSC-Präsident Günter Krivec übt sich in Optimismus: „Sollte der Beschluss positiv sein, dann könnte noch bis zum 30. Juni eine entsprechende Erklärung an die DVL gegeben werden.“ Für Partien auf internationaler Ebene gelten noch eingeschränktere Regelungen. „Da bleiben uns wohl nur zwei Möglichkeiten: Entweder wir spielen im Europapokalwettbewerb nicht mit, oder wir weichen in eine andere Stadt aus“, so Krivec. Im Gespräch für diesen „Plan B“ ist Bonn, das mit seiner Hardtberghalle bereit stünde.
Klar ist für Krivec auch, dass jegliche Lösung, die zurzeit diskutiert wird, den Geldbeutel der Stadt und auch des Vereins beanspruchen wird. Da der Etat des MSC begrenzt ist, führte die unerträgliche Sportstättensituation der Grafenstadt nun dazu, dass er einem Leistungs- und Imageträger des Vereins, dem Olympia-Teilnehmer Ralph Bergmann, für die kommende Saison kein Angebot unterbreiten kann. Krivec: „Ich habe mit Ralph telefoniert und ihm schweren Herzens absagen müssen. Wir werden wohl nur noch mit einer zehn Akteure umfassenden Mannschaft in die nächste Saison gehen können.“
Dagegen ist die Verpflichtung des ungarischen Nationalspielers Szabolcs Szalai, einem 26-jährigen Annahme-Spezialisten, nach einem zweitägigen Probetraining bei den „Adlern“ unter Dach und Fach. So sieht der aktuelle MSC-Kader aus: Zuspieler: Tobias Neumann, Roland Rademaker; Diagonalangreifer: Georg Grozer junior; Mittelblocker: Tim Broshog, Aleksandar Ljubicic, Renzo Verschuren; Außen/Annahme: Joram Maan, Szabolcs Szalai, Libero: Nikola Rosic. Ein Annahme-Spieler wird noch gesucht. Ein Mazedonier, ein Chinese und der frühere Moerser Kristjan Ouekallas stehen zur Debatte.
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