Krivec ruft nach Hilfe
VON NILS JANSEN - zuletzt aktualisiert: 27.06.2008Kostenexplosion bei der Herrichtung der Adolfinum-Halle: Die Zukunft des Moerser SC ist stark gefährdet. Der Vereins-Chef sagt unmissverständlich: „Wenn uns die Stadt nicht unterstützt, dann war es das mit dem MSC.“
Austria-Nationalspieler
Drei „Hochkaräter“ hat der Moerser SC für die kommende Saison an der Angel. Der Diagonalangreifer der österreichischen Nationalmannschaft, Matthias Mellitzer, soll sich ebenso darunter befinden wie ein US-amerikanischer Auswahlakteur. Mellitzer wäre der Nachfolger von Georg Grozer junior, der bekanntlich zum VfB Friedrichshafen wechselt.
„Ich kann mich nicht daran erinnern, dass sich der Moerser SC schon einmal in einer derart schwierigen Situation befunden hat“, sagte Günter Krivec gestern Nachmittag. Der Grund: Den Volleyball-Profis des Vereins droht das „Aus“ in der Bundesliga. Der Geschäftsführer der Deutschen Volleyball-Liga (DVL), Thorsten Endres, bestätigte dieser Zeitung zwar vor einigen Tagen die vorläufige Ausnahmegenehmigung für den Spielbetrieb der „Adler“ in der Halle des Gymnasiums Adolfinum in den beiden nächsten Jahren (die RP berichtete), aber die geforderte schriftliche Erklärung der Stadt Moers, eine neue Halle zu errichten, lag der DVL bis gestern nicht vor. Marc Wittmann, Mitarbeiter in der Liga-Zentrale, erklärte gestern auf RP-Anfrage: „Bis jetzt habe ich diese Erklärung noch nicht hier gesehen.“ Letzter Einreichungstermin ist der 30. Juni, also der kommenden Montag.
Von 60 000 auf 130 000 Euro
Der Ratsbeschluss vom 18. Juni macht deutlich, dass eine neue Halle gebaut wird (die RP berichtete ebenfalls). Möglicher Hintergrund des bislang nicht erfolgten Schreibens an die DVL ist wohl eine in wenigen Tagen erfolgte Kostenexplosion für die Herrichtung der Halle Adolfinum. In einer Erklärung teilte der MSC jetzt mit, dass die ursprünglich veranlagte Kostenkalkulation etwa 60 000 Euro betragen habe. Nach einer erneuten Begehung mit Handwerkern stellte sich jedoch heraus, dass weitaus umfangreichere Arbeiten vor allem zur Installation einer Lichtanlage erforderlich sind. Jetzt steht ein kalkulierter Betrag von 130 000 Euro im Raum. „Dieser Aufwand ist vom MSC allein nicht mehr zu schultern“, sagt Krivec unmissverständlich.
Wittmann äußerte sich unterdessen so: „Gleiches Recht für alle. Wenn die Erklärung der Stadt Moers bis zum 30. Juni hier nicht vorliegt, dann gibt es keine Ausnahmegenehmigung und folglich keine Lizenz für die nächste Saison.“ Die Konsequenz: Bundesliga-Volleyball gäbe es dann in der Grafenstadt nicht mehr. Und das wiederum hätte noch weitreichendere Folgen, auch für untere Mannschaften. Zudem: Bestehende Verträge mit Spielern, Trainern und Sponsoren wären abzufinden. Das Schreckens-Szenario dürfte so aussehen: Der Moerser SC ist als Gesamtverein zahlungsunfähig und verschwindet von der Bildfläche.
Krivec ruft nun laut nach Hilfe: „Wir sitzen in der Klemme. Wenn uns die Stadt nicht schnellstens entgegen kommt, dann war es das wohl mit dem MSC.“
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