Fußball: Kürzungen für die tanzende Gattin und die „Oldies“
VON JÜRGEN SCHROER - zuletzt aktualisiert: 07.06.2008Wenn es nach Hans-Dieter Wichert geht, dann dauert ein Fußballspiel – im Gegensatz zum geflügelten Wort von Sepp Herberger – auch mal nur 60 Minuten. Der Vorsitzende des Fußball-Kreises Moers ist auch Obmann der Altherren des TuS Baerl. Und die spielen immer samstags um 16 Uhr. Ab sofort muss der Obmann also einschreiten und den Schiedsrichter um Spielverkürzung bitten. „Eine Stunde sind für die Knaben bei dieser Witterung auch schon lange genug.“ Denn die Oldies möchten nur ungern die Spiele der Fußball-Europameisterschaft am Fernseher verpassen.
2006 bei der WM in Deutschland saß Wichert noch auf der Tribüne in Gelsenkirchen und Dortmund, doch Zürich und Wien und vor allen Dingen die damit verbundene Verlosung der begehrten Eintrittskarten waren nicht das Ding des Hans-Dieter Wichert. Der Baerler selbst ist bekennender Holland-Urlauber. Aber die Kicker aus seiner „zweiten Heimat“ zählt Wichert nicht zu den Top-Favoriten. „Die Holländer haben ausgezeichnete Einzelspieler, aber als Mannschaft passt es nicht immer hundertprozentig zusammen. Für Wichert gibt es bei der morgen beginnenden EM keinen klaren Favoriten. Für ihn kommt der Europameister 2008 aus dem Kreis der immer wieder genannten Nationen Deutschland, Frankreich und Italien. Wie Hans-Dieter Wichert ist auch seine Gattin begeisterte Anhängerin des Tanzsports. Sie wird froh sein, wenn die EM zu Ende ist. Derzeit müssen die mittwöchlichen Mußestunden bei Tango und Langsamem Walzer bei den Wicherts, ähnlich wie bei den Fußball-Altherren des TuS Baerl, gekürzt werden. Denn auf ein EM-Spiel kann Ehemann Hans-Dieter nur schwerlich verzichten.
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