Volleyball: Letzte Chance in Düsseldorf?
VON NILS JANSEN - zuletzt aktualisiert: 11.01.2008Nach zwei Auftaktsiegen gegen Gastgeber Türkei und Serbien verlor die Deutsche Volleyball-Nationalmannschaft gestern gegen Finnland mit 0:3. Kampa, Grozer & Co. waren somit auf türkische Schützenhilfe angewiesen.
Görtzen im Halbfinale
Georg Grozer junior bestritt in Izmir seine Länderspiele Nr. acht bis elf für Deutschland. Lukas Kampa feierte Premiere in der Partie gegen die Türken und kam gegen die Finnen zum zweiten Einsatz für die Nationalmannschaft. Für die Niederlande spielte MSC-Ass Guido Görtzen in Izmir. Die Holländer erreichten als Zweiter der Gruppe A das Halbfinale.
Die deutsche Volleyball-Nationalmannschaft mit den beiden Moersern Georg Grozer junior und Lukas Kampa hatte beim olympischen Qualifikationsturnier in Izmir/Türkei mit jeweils zwei 3:2-Erfolgen über die Türkei und Serbien einen famosen Start in die Konkurrenz der Vorrundengruppe B hingelegt. Gestern Nachmittag aber folgte der jähe Absturz mit einer in dieser Deutlichkeit nicht erwarteten 0:3-Niederlage gegen Finnland. Offensichtlich musste das Team von Bundestrainer Stelian Moculescu dem Kräfteverschleiß aus den beiden vorangegangenen Fünf-Satz-Krimis Tribut zollen. Damit drohte den Deutschen das vorzeitige Turnier-Aus. Man war auf Schützenhilfe der bis dato sieglosen Türken angewiesen, die gestern Abend im letzten Vorrundenspiel auf Serbien trafen (das Ergebnis lag bei Redaktionsschluss noch nicht vor).
Die Enttäuschung war riesengroß
Aber der nationalen Auswahl bliebe noch eine letzte Qualifikations-Chance, sollte es in Izmir nicht zum Einzug in das Halbfinale reichen. Vom 23. bis zum 25. Mai findet im Düsseldorfer ISS-Dome das letzte von drei vorolympischen Qualifikationsturnieren statt. Vorerst jedoch war in Izmir die Enttäuschung bei den Spielern riesengroß. Kampa, der am Ende des zweiten Satzes gegen die Finnen eingewechselt worden war, sagte gestern Abend: „Ich kam für vier Punkte aufs Feld, und wir haben zwei Asse kassiert. Ich konnte gerade zwei Mal den Ball pritschen – das war’s. Ich kann also noch nicht mal sagen, ob ich gut war oder nicht. Mein Einsatz war dafür zu kurz.“
MSC-Kapitän Grozer, der in allen drei Partien zu Kurzeinsätzen gekommen war, verbuchte immerhin einen Punkt gegen die Skandinavier. Aber auch er war niedergeschlagen, denn der Diagonalangreifer aus der Grafenstadt hatte sich ebenso wie alle anderen Akteure der Auswahl vor der Partie gute Chancen auf das Erreichen des Halbfinales ausgerechnet. Der Spielplan indes meinte es nicht gut mit den Deutschen, denn den freien Tag gleich zu Beginn des Turniers nehmen zu müssen, war offensichtlich Gift für die konditionelle Verfassung am Ende der Vorrunde. Finnland jedenfalls konnte ausgeruhter in das Spiel gehen.
Neben der nervlichen Anspannung hielt Moculescu seinen Akteuren zugute, dass sie einfach „körperlich kaputt“ gewesen seinen. „Die beiden letzten Tage haben offenbar zu viel Substanz gekostet.“ Ähnlich sah es auch der Ex-Moerser Stefan Hübner: „Die Finnen waren nach ihrem gestrigen Ruhetag heute wesentlich frischer als wir.“
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