Volleyball: Mit Ach und Krach zum Sieg
VON NILS JANSEN - zuletzt aktualisiert: 16.03.2009Ruhmestaten vollbringt der Moerser SC beim Auswärtsspiel in Leipzig nicht. Allerdings sind die beiden Punkte eminent wichtig für die "Adler", die es nun selbst in der Hand haben, noch den vierten Tabellenrang zu erreichen.
Das wäre fast ins Auge gegangen. Eine Woche nach der Pokalfinalniederlage gegen Generali Haching hatte der Volleyball-Bundesligist Moerser SC gestern Nachmittag größte Mühe, sich beim Abstiegskandidaten VC Leipzig mit 3:1 (19:25, 26:24, 29:27, 25:23) durchzusetzen. MSC-Trainer Georg Grozer fand nach dem Spiel deutliche Worte: "Wir haben uns von einem Gegner beeindrucken lassen, der nur noch für den eigenen Spaß gespielt hat. Fast meine komplette Mannschaft hat nicht einmal 50 Prozent ihres Könnens gezeigt. Darüber werden wir noch reden."
Ivan hat seine Sache gut gemacht
So spielte der MSC
Zuspiel: Roland Rademaker
Diagonalangriff: Matthias Mellitzer
Mittelblock: Aleksandar Ljubicic, Renzo Verschuren
Außen/Annahme: Joram Maan, Szabolcs Szalai
Libero: Ivan Perez
eingewechselt: Tim Broshog, Tobias Neumann
Trainer: Georg Grozer
Grozer nahm damit Bezug auf die finanzielle Insolvenz der Gastgeber aus der Messestadt. Die sportliche Insolvenz konnte sein eigenes Team gerade noch abwenden, allerdings fand der Moerser Coach auch nur für zwei Akteure lobende Worte: "Wir haben Nikola Rosic heute noch nicht eingesetzt. Ivan Perez hat ihn vertreten, und er hat seine Sache gut gemacht. Ansonsten hat nur noch Roland Rademaker überzeugt. Alle anderen Spieler müssen sich nur ihre eigenen Statistiken anschauen. Dann wissen sie schon, was sie geleistet haben."
99:99 Punkte standen unter dem Strich, und die "Adler" hatten einfach nur das Glück, dass die Gastgeber bei dem Gewürge in der Ernst-Grube-Halle noch ein paar Prozent weniger abgezockt waren als die Grafenstädter. Die Fehlerquote des Tabellenfünften nahm unerträgliche Ausmaße an: 23 Aufschlagfehler, fünf direkte Patzer in der Annahme sowie elf Angriffsversuche, die nicht ihr Ziel fanden, also im Aus oder im Netz landeten. Das sind Werte, die sich die Mannschaft in den verbleibenden drei Partien bis zum Ende der Hauptrunde nicht mehr leisten sollte. Ansonsten wird das nichts mit Tabellenrang vier, den der MSC immer noch aus eigener Kraft erreichen kann.
Schon am Mittwoch Abend im Spiel gegen die SG Eltmann muss das Moerser Team gewinnen. Zeitgleich spielen die Netzhoppers Königs Wusterhausen – aktuell der größte Konkurrent um den für die Play-Offs so wichtigen Platz vier – beim SCC Berlin. Am Sonntag kommt's dann zum direkten Duell zwischen den Netzhoppers und Moers. Nach Lage der Dinge gelten die Brandenburger zurzeit als Favoriten. Ob der noch immer am Rücken verletzte MSC-Libero Nikola Rosic bis dahin wieder einsatzbereit ist, lässt sich noch nicht abschätzen. "Er ist auf dem Weg der Besserung" konnte Grozer gestern immerhin vermelden.
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