Tennis: Nichts für schwache Nerven
VON DETLEF KANTHAK - zuletzt aktualisiert: 19.05.2007Die hoch favorisierte Tennisdamen-Bundesligamannschaft des TC ZWS Moers 08 hatte beim Aufsteiger in Ludwigshafen unerwartet große Mühe, ehe der 7:2-Erfolg gesichert war. Morgen wird’s ungleich schwerer: Dann gastiert Moers beim amtierenden Deutschen Meister in Karlsruhe.
Problemlösung Laura
Die Moerser Planungen für das Spiel in Ludwigshafen gerieten am Mittwoch noch in Gefahr. Kaia Kanepi, für das Duell beim Aufsteiger eingeplant, war noch in Rom tätig und musste passen. Auch die nach ihren vielen Spielen in den vergangenen Wochen erschöpfte Angelique Kerber stand nicht zur Verfügung. Eine SMS von Michael Faber löste das Problem. „Laura Pous Tio hat zwei Minuten später zugesagt“, so der 08-Sportwart. Die Spanierin, am Mittwoch noch in Marokko am Start, löste in Casablanca ein Ticket und stieß kurz darauf am Frankfurter Flughafen zur 08-Auswahl.
Auch ein deutlicher Sieg hinterlässt Spuren. Mit 7:2 lösten die Damen des TC ZWS Moers 08 ihre Pflichtaufgabe beim BASF TC Blau-Weiß Ludwigshafen. Doch selbst das sichere Ergebnis sorgte bei 08-Sportwart Michael Faber für Kummer. „Bei einigen Spielen dachte ich schon, dass mir graue Haare wachsen würden“, fasste er das Auf und Ab zusammen, das ihm seine Spielerinnen beschert hatten.
So glatt verlief das anfangs nämlich gar nicht, was sich da im am Morgen noch verregneten Ludwigshafen tat. In der Einzelkritik mussten sich sämtliche Moerser Damen bescheinigen lassen, dass ihr Spiel von Höhen und Tiefen gekennzeichnet war. Für die Führung nach der ersten Runde mussten sich Hana Sromova und Angelika Bachmann schon gehörig ins Zeug legen, um ihrer Auswahl einen guten Start beim Neuling zu bescheren. Für die Tschechin an Nummer Zwei im Moerser Team galt es, sich mehr als zwei Stunden lang im Spiel gegen die Aschenplatz-Spezialistin Alice Canepa mit vielen hohen Bällen herum zu schlagen. Dann, nach gewonnenem Tiebreak und 3:2-Führung im zweiten Durchgang hatte Hana Sromova ihre Kontrahentin endlich „weich“ gekocht. Der Rest war in zehn Minuten erledigt.
Auch Angelika Bachmann, im ersten Satz gewohnt sicher, lag plötzlich mit 3:5 zurück, ehe die Bayerin im Moerser Team ihre ganze Erfahrung ausspielte und die Begegnung nach Hause fuhr. Derweil musste Karina Karner passen: Eine Handverletzung bescherte ihr einen verlorenen Tiebreak im ersten und gar ein 0:6 im zweiten Satz. „Karina hat bis zu ihrer Verletzung nahezu genial gespielt“, verriet Faber fast schon mit Mitleid mit seiner Spielerin, die zum Doppel zwar auf dem Papier, aber nicht mehr auf dem Platz erschien.
Jeweils über drei Sätze mussten anschließend die übrigen Moerserinnen gehen. Laura Pous Tio, für Kaia Kanepi ins Team geholt, wandelte einen 1:4-Rückstand im dritten Satz noch in einen Sieg um. Maret Anis Auftritt glich einer Achterbahnfahrt. „Besonders der dritte Satz war nichts für schwache Nerven“, atmete Faber nach dem 6:4 auf. Auch Michelle Gerards benötigte eine gewisse Anlaufzeit, um die Deutsche Junioren-Meisterin Dominice Ripoll letztlich doch noch deutlich zu beherrschen.
In den folgenden Doppeln entschieden sich die Moerserinnen für die schnelle Variante. Das wird Faber vermutlich Recht gewesen sein.
Ergebnisse: Kyra Nagy (Ludwigshafen) - Laura Pous Tio (Moers 08) 6:3, 4:6, 5:7; Alice Canepa - Hana Sromova 6:7, 3:6; Arina Rodionova - Maret Ani 2:6, 7:6, 4:6; Tatjana Priachin - Angelika Bachmann 3:6, 5:7; Dominice Ripoll - Michelle Gerards 7:6, 1:6, 0:6; Maxi Ehmer - Karina Karner 7:6, 6:0; Kyra Nagi/Alice Canepa - Hana Sromova/Angelika Bachmann 4:6, 0:6; Arina Rodionova/Tatjana Priachin - Laura Pous Tio/Michelle Gerards 1:6, 4:6; Dominice Ripoll/Maxi Ehmer - Maret Ani/Karina Karner 6:0, 6:0 (o. Sp.).
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