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Volleyball: Ohne Rosic ohne Chance

VON NILS JANSEN - zuletzt aktualisiert: 09.03.2009

Unglaubliches Pech für die Volleyballer des Moerser SC: Vor dem Pokalfinale fällt Libero Nikola Rosic aus. Diese personelle Schwächung kann die Mannschaft von Trainer Georg Grozer nicht kompensieren und verpasst in Halle/Westfalen gegen Generali Haching einmal mehr den Pokalgewinn.

Georg Grozer  bild: archiv Foto: RPO
Georg Grozer bild: archiv Foto: RPO

Die Auftritte des Moerser SC im Gerry-Weber-Stadion von Halle/Westfalen stehen unter keinem guten Stern. Auch die dritte Teilnahme an einem deutschen Pokalfinale im "Volleyball-Mekka" nach 2006 und 2007 war nicht von Erfolg gekrönt. Die "Adler" verloren das Endspiel gegen Generali Haching ziemlich deutlich mit 1:3 (17:25, 25:19, 17:25, 18:25). Größter Pechvogel im Team der Moerser war Libero Nikola Rosic, der wegen eines eingeklemmten Nervs im Rücken kurzfristig ausgefallen war. Wie ein Häuflein Elend saß der Serbe am Spielfeldrand und verdrückte sich sichtlich deprimiert die eine oder andere Träne.

Unterdessen versuchten die so geschwächten Niederrheiner, gegen die nunmehr schier übermächtigen Hachinger das Unmögliche noch möglich zu machen. Und die rund 1000 Moerser Fans unter den insgesamt 9 000 Augenzeugen in Halle hofften lange, letztlich allerdings vergebens. MSC-Trainer Georg Grozer, der gezwungen war, seine Startsechs umzustellen, schenkte Roland Rademaker, Renzo Verschuren, Tim Broshog, Szabolcs Szalai, Joram Maan und Ivan Perez das Vertrauen.

Info

"50 Prozent weg" "Sehr gut vorbereitet"

Georg Grozer: "Wir haben am Vormittag nach dem letzten Training erfahren, dass sich Nikola Rosic kaum noch bewegen konnte. Ärzte und Physios haben alles versucht, um ihn fit zu bekommen. Leider vergeblich. Damit sind 50 Prozent unserer Annahmequalität ausgefallen. Umso mehr ziehe ich den Hut vor meiner Mannschaft. Ich hoffe, dass unser Libero nächste Woche wieder mitspielen kann. Vielen Dank an die Fans für die tolle Unterstützung."

Mihai Paduretu: "Ich habe vor diesem Finale eigentlich überhaupt keine Nervosität gespürt. Ich denke, das hängt damit zusammen, dass wir uns sehr gut vorbereitet haben. Ich war auch fest davon überzeugt, dass es klappen wird. Der Moerser SC hat alles gegeben, was in seinen Möglichkeiten stand. Es ist natürlich nicht so einfach, kurzfristig einen so wichtigen Spieler wie den Libero zu ersetzen. Aber am Ende war die Sache dann doch deutlich für uns."

Und dieses Sextett verkaufte sich denn auch teuer. Aber die Bayern witterten die Schwächen im Annahmebereich der "Adler", die bei den vielen Flatteraufschlägen vor allem von Mittelblocker Max Günthör immer wieder ins Schwimmen gerieten. Ein schneller und für den Gegner überraschender Spielaufbau war für Rademaker & Co. deshalb nicht mehr möglich.

Und doch: Der MSC kämpfte umso beherzter – eben auch für seinen verletzten Libero, so wie es die Fans der Grafenstädter aus vielen anderen Begegnungen dieser Saison gewohnt sind. Der Dank von der Tribüne war ihnen gewiss. Der Teil des Publikums, der aus Moers angereist war, erwies sich als siebter Mann der "Adler", die bei insgesamt fünf Pokal-Endspielteilnahmen in den letzten 18 Jahren zwei Mal den Titel holten. 1991 war das und zwei Jahre später ein bislang letztes Mal. 16 Jahre lang gab es für die Niederrheiner seither in dieser Konkurrenz nichts mehr zu holen.

Nach dem frühen Aus im internationalen Geschäft und der deutlichen Pokalfinalniederlage von gestern bleibt dem MSC nun lediglich noch der Kampf um die Deutsche Meisterschaft. Fraglich ist allerdings, ob sich die Moerser mit ihrem kleinen Kader, der eben keine Verletzungen ohne schwer wiegende Folgen zulässt, für dieses Ziel noch einmal motivieren können.

Foto
Kein Pokal, "lediglich" Medaillen – die Enttäuschung steht Tim Broshog (vorn) und seinen Mitspielern ins Gesicht geschrieben. bild: nils jansen Foto: RPO
Quelle: RP

 
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