Volleyball: Oranje – oder doch Knallrot?
VON NILS JANSEN - zuletzt aktualisiert: 05.03.2009Familien und Freunde sowie ehemalige Teamkameraden der drei Moerser Holländer wollen am Sonntag als Fans ins Gerry-Weber-Stadion nach Halle/Westfalen pilgern. Allein aus Apeldoorn, Doetinchem und Rotterdam kommen rund fünf Dutzend Anhänger zum Pokalendspiel.
"Ich kann es gar nicht mehr abwarten. Am liebsten würde ich sofort spielen", sagte Roland Rademaker gestern Nachmittag. Der niederländische Kapitän des Volleyball-Pokalfinalisten Moerser SC fiebert dem großen Moment am kommenden Sonntag im Gerry-Weber-Stadion in Halle ebenso entgegen wie seine beiden Landsleute Joram Maan und Renzo Verschuren. Das "Oranje-Trio" sprüht vor Optimismus und ist sich sicher, den starken Bundesliga-Rivalen Generali Haching diesmal schlagen zu können.
"Ist diese Frage ernst gemeint?"
In der Meisterschaft ging dieses Vorhaben bekanntlich zwei Mal daneben. Auf die Frage: "Wer gewinnt am Sonntag?", antwortet Mittelblocker Verschuren ohne Nachzudenken und wie aus der Pistole geschossen: "Ist das eine ernst gemeinte Frage?" Und weil die drei Holländer vom Moerser Erfolg so dermaßen überzeugt sind, mobilisierten sie in ihrem Heimatland auch etliche Fans. Rademaker: "Ich bin nicht ganz sicher, aber etwas mehr als 30 Leute sind von meiner Seite dabei. Die meisten haben ihre Tickets im Internet bestellt."
Ab in die Grube
Heute Nachmittag unternimmt das Team des Moerser SC eine besondere "Trainingseinheit". In Kamp-Lintfort werden Trainer Georg Grozer und seine Spieler in die Grube des Bergwerks West einfahren. Grozer: "Ich denke, es fördert den Zusammenhalt, wenn wir uns dort unten mal etwas umschauen."
Zu dieser Gruppe zählen seine Familienangehörigen – also auch sein Zwillingsbruder Richard, der bei Ortec Nesselande, dem Tabellenführer der Ehrendivision, spielt – seine Freundin und deren Eltern sowie etliche Freunde und ehemalige Teamkameraden. "Ich habe gehört, dass von Orion Doetinchem auch einige Leute kommen wollen", sagt Rademaker, der bis zur vergangenen Saison noch dort unter Vertrag stand. Und die Distanz zwischen dem Gerry-Weber-Stadion und der Stadt Doetinchem ist mit 140 Kilometern durchaus überschaubar.
Aus Rotterdam werden mindestens zehn "persönliche Fans" von Verschuren erwartet. "Mama, Papa, Freundin und ein paar andere Bekannte kommen in jedem Fall. Ich weiß aber auch, dass einige Leute Tickets reserviert haben." Ähnlich sieht es beim "Fanclub" von Joram Maan aus. "Ich habe ein paar Jahre lang Mannschaften von Dynamo Apeldoorn trainiert. Aus diesen Teams werden einige Leute in Halle dabei sein – und die Familie sowieso", erklärt der Außenangreifer. Sein Bruder Jelte, der bei Noliko Maaseik spielt, hat ebenfalls Tickets geordert.
Die Fans des Moerser SC dürfen sich also auf erhebliche Unterstützung aus den Niederlanden freuen. Jetzt stellt sich nur noch die Frage, ob die holländischen Fans – wie bei sportlichen Großereignissen üblich – in Oranje gekleidet oder doch in knallroter MSC-Kluft auftauchen. Rademaker legt sich fest: "Ich glaube, dass die Leute aus Holland diesmal Rot tragen werden."
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