Fußball: Pokaltraum jäh geplatzt
VON DETLEF KANTHAK - zuletzt aktualisiert: 24.05.2008Die Regionalliga-Fußballerinnen des GSV Moers blamieren sich mit einer unnötigen 1:2-Niederlage im FVN-Pokalhalbfinale bei Borussia Bocholt. Trainerin Bettina Kutscher ist bodenlos enttäuscht.
Zum Abschluss in Merl
Nach der Niederlage ist der Restspielplan für den GSV sehr übersichtlich geworden. Einmal müssen sich Mannschaft und Trainerin noch durch die Meisterschaft quälen. Morgen steht das Halali bei Rot-Weiß Merl an, dann wird der Vorhang über ein enttäuschendes Spieljahr fallen. Katja Fleischer wird dennoch auf Blumen hoffen dürfen. Sie bestreitet in Merl ihr letztes Regionalliga-Spiel und wird künftig die zweite Mannschaft des GSV in der Landesliga verstärken.
Ein ganz böses Erwachen aus dem schönen Pokaltraum mussten die Fußballerinnen des GSV Moers hinnehmen. Da schellte nicht nur ein Wecker, da dröhnten gleich einige Kirchenglocken in den Ohren. Mit 1:2 (1:1) unterlag der Regionalligist im Halbfinale des FVN-Pokals beim Verbandsligisten Borussia Bocholt. Und wieder einmal, so wie es sich auch in der Meisterschaft wie ein roter Faden durch die GSV-Spiele zog, müssen sich die Spielerinnen an die eigenen Nasen packen.
Kein Scheck für die „Gräfinnen“
„Das war so etwas von unnötig“, ärgerte sich die bodenlos enttäuschte Moerser Trainerin Bettina Kutscher noch lange nach dem Abpfiff des so wichtigen Pokalspiels, bei dessen erfolgreicher Erledigung das Team auch gleich noch einiges für seine Finanzen hätte tun können. Doch der GSV geht leer aus und zahlte statt dessen einmal mehr Lehrgeld in Sachen „Effektivität“. „Wir haben die Schlüsselszenen des Spiels wieder nicht für uns nutzen können“, staunte auch Bettina Kutscher ob der zahlreichen Möglichkeiten, die der GSV in der einseitigen Partie nicht zu nutzen verstand. Selbst einen Strafstoß, der das 2:1 hätte bringen sollen, jagte Steffi Frings in der 53. Minute statt in die Maschen des gegnerischen Tores in den blauen Himmel über Bocholt. Dazu kamen noch ein Lattenknaller von Tina Möring und weitere vergebene Chancen. Wo im Training das Netz wackelt, dürfen sich im Spiel die Schmetterlinge ausruhen. Der GSV lässt sie in Ruhe.
Höflich zum Gratulieren angestellt
Bocholt siegte glücklich, keine Frage, aber weil das Team, das nur selten in Moerser Tornähe gelangte, seine zaghaften Vorstöße konsequent abschloss, musste die Moerser Elf höflich zum Gratulieren anstehen. Selbst das frühe 1:0 der Gäste durch Verena Schulte in der zehnten Minute sorgte nicht für das erhoffte leichtgängige Spiel des GSV. Beim Ausgleich in der 37. Minute stotterte der Motor, fünf Minuten vor Schluss war er vollends abgesoffen, als die Bocholterinnen erst Isabella Heines weg und dann den Ball in die Maschen drückten.
Die Trainerin hat genug – Bettina Kutscher zieht die Reißleine. „Es geht in der nächsten Saison nur mit neuen Spielerinnen in der Offensive“, sagt sie. Dabei ist sie des allwöchentlichen Herumgurkens in gegnerischen Strafräumen längst überdrüssig. Stellt sich natürlich die Frage, wo die Bäume stehen, auf denen die von der GSV-Trainerin begehrten torhungrigen, jungen Spielerinnen wachsen.
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