Volleyball: Ralph Bergmann fährt zu den Olympischen Spielen
VON NILS JANSEN - zuletzt aktualisiert: 26.05.2008Wenn nichts mehr dazwischen kommt, dann fährt Ralph Bergmann im zarten Alter von 38 Jahren zu den Olympischen Spielen nach Peking. Am Wochenende schrieb der Mittelblocker des Moerser SC mit der deutschen Volleyball-Nationalmannschaft Geschichte. Erstmals seit 1972 qualifizierte sich wieder eine deutsche Mannschaft für Olympia. Herzlichen Glückwunsch dazu und auch zum heutigen Geburtstag!
Vor rund 4800 frenetisch feiernden Zuschauern im Düsseldorfer ISS-Dome brachte die Mannschaft von Bundestrainer Stelian Moculescu, der sich damit endgültig ein Denkmal setzte, die entscheidende Partie gegen Spanien nach umkämpften fünf Sätzen mit 3:2 nach Hause. Den Grundstein für den lang ersehnten Olympia-Traum – 36 Jahre lang waren deutsche Männerteams bei den Spielen abstinent – hatte die Mannschaft bereits mit den Erfolgen gegen Taiwan (3:0) und Kuba (3:2) gelegt. Bergmann war in allen drei Partien dabei und sammelte viele Punkte für das Bundesadler-Sextett.
Unmittelbar vor Turnierbeginn hatte sich der Mittelblocker der „Adler“ beim Training das Endglied des rechten kleinen Fingers gebrochen. Kein Grund für Bergmann, die drei Begegnungen beim Olympia-Qualifikationsturnier in der Landeshauptstadt abzusagen. Er biss auf die Zähne und ließ sich den lädierten Finger stabil bandagieren. Und dann griff er gegen Taiwan, Kuba und Spanien so beherzt zu, als hätte es diese Verletzung nie gegeben.
Nach dem Sieg gegen Spanien gab es bei den deutschen Männern unbändigen Jubel, aber auch hemmungslose Tränen. Selbst der als hartgesotten geltende Auswahl-Coach heulte wie ein Schlosshund – vor Freude. Sein erster Kommentar: „Der Herrgott hatte endlich ein Einsehen mit den Jungs.“
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