Fußball: Riege: Kein Blick zurück im Zorn
VON JÜRGEN SCHROER - zuletzt aktualisiert: 07.06.2008Giovanni Trappatoni hat es einst mit „Ich habe fertig“ beschrieben. Bei Horst Riege, dem Trainer des Fußball-Verbandsliga-Absteigers GSV Moers verlief der Ausstand am vergangenen Donnerstag weitaus unspektakulärer. Eine letzte Trainingseinheit und dann der Abschied von seinen Spielern und den Mitgliedern des Vorstandes bei einem Glas Mineralwasser. Noch einmal ließ der Übungsleiter die Zeit seines Trainerdaseins am Schlosspark Revue passieren. Am Ende seines Moerser Engagements stand bei Riege der erste Abstieg seiner Trainerlaufbahn. Ein Makel, der ihm auch bei seiner weiteren sportlichen Laufbahn nachhängen wird.
„Weihnachten wollte ich weg“
„Ich glaube, dass ich den Job bei Germania Ratingen nicht bekommen habe, hängt damit zusammen, dass ich mit Moers abgestiegen bin“, hegt Riege eine Vermutung über seine abgelehnte Bewerbung. „Machen wir uns nichts vor, ich war Trainer und verantwortlich für den Abstieg“. Allerdings sieht er für den Niedergang vielschichtige Gründe, die er ausbaden musste, wobei ihm von Vereinsseite manchmal die nötige Rückendeckung gefehlt habe. „In der Weihnachtszeit wollte ich hinschmeißen, bin aber vom GSV-Vorsitzenden Wolfgang Jansen bekniet worden, weiter zu machen“. sagt Riege. Damals schon hat er gefordert, die A-Jugendlichen mit in den Kader der ersten Mannschaft zu nehmen“. Damit wollte er zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Zum einen hätten einige „etablierte Herren“ der ersten Mannschaft, die als trainingsfaul bekannt waren, Konkurrenz aus dem eigenen Lager dringend benötigt, zum anderen sollten die talentiertesten A-Junioren langfristig an den Verbandsliga-Kader herangeführt werden. Ein Vorschlag, der beim seinerzeitigen A-Junioren-Trainer Andreas Heidenreich allerdings auf taube Ohren stieß. Heidenreich wollte unter allen Umständen den Titel mit dem Nachwuchsteam in der Leistungsklasse und die Teilnahme an der Niederrheinliga-Aufstiegsrunde. erreichen.
„Was bringt das dem GSV Moers? Die Aufstiegsrunde wird ohnehin mit dem jüngeren Jahrgang gespielt, was dabei herauskommt, haben wir letzte Woche gesehen. Der GSV hat in Rhede mit 1:4 verloren.“ Riege unterstreicht seine These mit den letzten beiden Verbandsliga-Punktspielen seiner Mannschaft. Da haben die Nachwuchsspieler voll überzeugt, deshalb fällt mir der Abschied vom GSV auch nicht leicht. Die ehemaligen A-Junioren waren immer beim Training und haben somit erhebliche Fortschritte gemacht. Darauf hätte der Verein aufbauen können und auch müssen.“
Neue Ziele für ein Duo
Zwei Spieler des GSV Moers werden in der kommenden Spielzeit in einem anderen Dress wieder auf dem Kunstrasenplatz am Schlosspark auflaufen. Zumindest wenn die anstehende Gruppeneinteilung so ausfällt, wie es in Moers erwartet wird. Rafael Haddad zieht es zum Landesliga-Aufsteiger TV Jahn Hiesfeld, und Habib Kaya trägt demnächst das Trikot von Rot-Weiß Oberhausen II. Bei RWO, allerdings im Team des Zweitliga-Aufsteigers, spielt bereits Habibs Bruder Markus mit großem Erfolg.
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