Tennis: Schwafheim mischt munter mit
VON DETLEF KANTHAK - zuletzt aktualisiert: 16.06.2008Gegen die TG Alsterquelle Henstedt-Ulzburg sprudelt es förmlich bei den Herren 30 des Tennis-Zweitligisten von der Dorfstraße. Selbst der optimistische Tipp von Sportwart Fritz Milbich wurde mit dem 7:2-Sieg noch übertroffen.
Spionage mag mitunter gut für die Nerven sein. Der verstohlene Blick auf die Mannschaft der TG Alsterquelle Henstedt-Ulzburg jedenfalls hat eventuelle Sorgenfalten auf der Stirn von Spielern und Verantwortlichen aus dem Lager der Herren 30 des TV Schwafheim schon einen Tag vor dem Duell in der Zweiten Bundesliga verschwinden lassen. In den Reihen der Gäste aus der Nähe Hamburgs, die am Samstag ihre frühe Ankunft am Niederrhein noch zu einem kurzen Training auf der Platzanlage an der Dorfstraße nutzten, wurde zwar fleißig russisch gesprochen, von Tönen aus der Puszta allerdings war nichts zu hören. Die beiden ehemaligen ukrainischen Daviscup-Spieler Dmytro Poliakov und Dimitri Ponomar gaben den Ton an. Vom Ungar Joszef Krocsko jedoch war weit und breit nichts zu sehen.
TVS - Alsterquelle 7:2
Ergebnisse: Marko Por - Dmytro Poliakov 3:6, 6:7 Guido van Rompaey - Christian Ladehoff 6:2, 6:0 Peter Vogel - Ralf Wollgast 6:2, 6:4 Thomas Hunsmann - Andreas Pattis 6:4, 6:1 Andre Deininger - Dimitri Ponomar 7:5, 6:3 Dirk Schaper - Jurij Luft 6:3, 6:3. Por/Hunsmann - Poliakov/Ponomar 6:3, 6:0
van Rompaey/Johannes Korneli - Ladehoff/Pattis 1:6, 6:2, 6:7 Vogel/Schaper - Wollgast/Luft 6:7, 6:3, 7:6.
„Das kam uns natürlich sehr entgegen, dass Alsterquelle seinen Spitzenspieler zu Hause gelassen hat“, freute sich Schwafheims Sportwart Fritz Milbich schon beim Kiebitzen und stellte sogleich die erste Hochrechnung auf. „Eine 4:2-Führung nach den Einzeln sollte möglich sein“, gab er sich am Abend vor dem ersten Ballwechsel optimistisch.
Noch nicht einmal 24 Stunden später war klar, dass die Schwafheimer mit ihres Sportwarts Vorausschau sogar noch zu bescheiden gewesen waren. Gleich fünf Einzelsiege landeten auf dem Konto des TVS; am Ende hieß es gar 7:2 für den Moerser Zweitligisten, der, bislang noch unbezwungen, munter an der Tabellenspitze mitmischt.
Kilometerzähler für Vogel
Guido van Rompaey war einer der Ersten, der, kaum aus der Dusche gekommen, die Glückwünsche Milbichs entgegen nehmen durfte. Der Belgier hatte für den höchsten Tagessieg in den Einzeln gesorgt und seinen Kontrahenten Christian Ladehoff mit 6:2, 6:0 förmlich vom Platz gejagt. Die Zuschauer sahen’s gern und staunten anschließend nicht schlecht über das Geschehen auf dem Nebenplatz, wo Peter Vogel die Ballwechsel dirigierte. „Wir müssten ihm mal einen Kilometerzähler besorgen“, schlug Milbich vor und wies darauf hin, dass Vogel einmal mehr keinen einzigen Ball verloren gab.
Auch bei Marko Por war von schlechter Laune längst nichts mehr zu sehen. Der Slowene musste seine erste Niederlage im Schwafheimer Dress hinnehmen. Sein Gegenspieler Poliakov hatte das bessere Ende für sich, siegte nach einem einzigen Break im ersten Durchgang und nach Tiebreak im zweiten Satz. Die gelungene Revanche folgte im Doppel, wo Por und sein Kollege Thomas Hunsmann dem Ukraine-Duo in imponierender Weise den Zahn zogen.
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