So fern und doch so nah
VON UWE THELEN - zuletzt aktualisiert: 13.02.2007Das passt: Markus Verwimp und Bettina Grenz-Klein haben die gleichen Ideen, um die Handballfrauen des TuS Lintfort voran zu bringen. Folglich bilden Beide zur neuen Saison das verantwortliche Trainergespann.
Markus Verwimp
Im Alter von acht Jahren begann Markus Verwimp beim VfL Hinsbeck mit dem Handballspielen, ehe er in seinen letzten Jugend- und ersten Seniorenjahren bei der Turnerschaft Grefrath aktiv war. Seine weiteren Stationen als Spieler: HSG Nettetal und der TV Aldekerk. Sein erstes Traineramt bekleidete Verwimp in Nettetal (Bezirksliga). 2000 wechselte er in den Frauenbereich: Er trainierte die Regionalliga-Mannschaft von Bayer Uerdingen und hospitierte beim Zweitligisten Königsdorf. Danach folgten Tätigkeiten im Senioren- und Jugendbereich. Zurzeit ist Verwimp verantwortlich für die Jungen A des SV Neukirchen und die männlichen Auswahlmannschaften des Handball-Kreises Wesel.
„Es ist schon komisch, wenn man Menschen 500 Kilometer entfernt von zu Hause kennen lernt, deren Wohnungen gerade mal fünf Kilometer auseinander liegen“, sagt Markus Verwimp, der ab der kommenden Saison als neuer Trainer und Nachfolger von Lothar Schulz (die RP berichtete) für die Handballfrauen des TuS Lintfort in der Regionalliga verantwortlich sein wird. Mit den Menschen meint er Ulrich Klein und dessen Frau Bettina Grenz-Klein, mit denen der Inhaber der B-Lizenz im letzten Jahr bei einem Jugendcamp des Deutschen Handball-Bundes in Rothenburg ob der Tauber zusammen arbeitete.
In Kontakt geblieben
„Das war wirklich purer Zufall“, erinnert sich der 33-Jährige. „Ich bin schon seit Jahren für den DHB in einem Jugendcamp in Bad Wildungen tätig. Als in Rothenburg ein Trainer ausfiel, kam die Anfrage, ob ich kurzfristig aushelfen könne. So habe ich Ulrich und Bettina kennen gelernt, und danach sind wir stets in Kontakt geblieben.“
In Zukunft wird dieser Kontakt deutlich intensiviert. Verwimp wird gemeinsam mit Bettina Grenz-Klein als gleichberechtigtes Trainergespann arbeiten. „Für mich wäre es schon irgendwie blöd, wenn meine letzte Trainertätigkeit mit dem Abstieg aus der Zweiten Bundesliga geendet hätte“, erklärt die ehemalige und neue Trainerin des TuS. „Das eine Jahr, in dem ich nicht an vorderster Front stand, war zwar auch sehr schön, aber jetzt habe ich wieder Blut geleckt. Gemeinsam mit Verwimp will ich ein neues Konzept für die Zukunft verwirklichen und dabei insbesondere auf hoffnungsvolle Talente setzen. Das ist ein Experiment, bei dem insbesondere die Trainer stark gefordert sind.“
Auch Trainer der Mädchen A
Das Konzept soll so aussehen, dass für Spielerinnen, die den Verein nach der Saison verlassen werden, talentierte Aktive aus der unmittelbaren Umgebung verpflichtet werden. Die ersten Schritte sind bereits gemacht; zwei Mal gab’s schon ein Sichtungstraining. Wer den Verein verlassen wird, ist noch nicht klar. Allerdings steht zu befürchten, dass mehrere Spielerinnen, die mit dem scheidenden Trainer Lothar Schulz nach Kamp-Lintfort gekommen sind, mit ihm den TuS auch wieder verlassen werden. Um neue, talentierte Spielerinnen besser zu integrieren, wird Verwimp auch die Mädchen A trainieren, die in der nächsten Spielzeit den Sprung in die Oberliga schaffen sollen. „Die Zielsetzung ist, in Kamp-Lintfort eine Handball-Hochburg im weiblichen Bereich aufzubauen“, betont der Angestellte der Volksfürsorge, der seine Freizeit gern mit seinen drei Boxer-Hunden verbringt. „Weil die diesbezüglichen Ideen im TuS Lintfort mit meinen identisch sind, sind wir uns über eine Zusammenarbeit schnell einig geworden. Allerdings dürfen wir nicht in den Fehler verfallen, nur auf junge Spielerinnen zu bauen, wenn wir in der Regionalliga wieder angreifen wollen. Es muss zumindest ein Gerüst von gestandenen Aktiven da sein, so dass wir eine gesunde Mischung haben.
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