Spektakuläre Pferdewechsel
VON NILS JANSEN - zuletzt aktualisiert: 24.05.2007Ellen Schulten-Baumer sicherte sich in Hamburg den Derbysieg. Isabell Werth zog dagegen einen Start in München vor und war im Sattel ihres Weltmeisterschafts-Pferdes Satchmo nicht zu bezwingen.
Elite in Wiesbaden
Am kommenden Wochenende starten Ellen Schulten-Baumer und Isabell Werth beim Schlossturnier in Wiesbaden. Die traditionell zu Pfingsten stattfindende CDI-Veranstaltung lockt Jahr für Jahr die Elite des Dressursports an. Erster Höhepunkt für die beiden Rheinbergerinnen wird der Grand Prix am Samstag sein. Am Pfingstsonntag und -montag stehen unter anderem die Kür und der Grand Prix Special an.
Derbyzeit in Hamburg – und Ellen Schulten-Baumer hatte allen Grund zum Jubeln. Die Dressurreiterin aus Rheinberg siegte bei der 47. Auflage der elitären Veranstaltung in der Hansestadt vor Heike Kemmer und Kristy Oatley (die RP berichtete). Der besondere Höhepunkt des Finalwettbewerbs ist der Pferdewechsel, den jede Reiterin über sich ergehen lassen muss. „Allerdings muss auch jedes Pferd eine andere Reiterin ertragen, und das ist für meine Stute Gina Royal nicht gerade eine einfache Angelegenheit“, sagte Ellen Schulten-Baumer später verschmitzt. Immerhin: Die Rheinberger Sportlerin und ihr Pferd meisterten die Situation von allen Finalistinnen am besten und sicherten sich somit verdient, allerdings auch etwas überraschend, den Derbysieg.
„Ein tolles Erlebnis“
In der zuvor ausgetragenen Qualifikation, einem Grand Prix, war die 28-jährige Championats-Reiterin hinter der Australierin Oatley, die mit Floriano auch das am besten benotete Pferd gesattelt hatte, auf dem zweiten Rang gelandet. „Der Pferdewechsel war für mich eine spektakuläre Angelegenheit. Wir hatten jeweils nur fünf Minuten Zeit, um uns auf die anderen Pferde vorzubereiten, und dann ging’s auch schon ins Viereck. Insgesamt war das ein tolles Erlebnis, und ich bin ziemlich sicher, dass ich auch im nächsten Jahr wieder zum Derby kommen werde“, erklärte die Siegerin hinterher.
Ihre weitere Saisonplanung sieht Starts bei Turnieren in Wiesbaden und Balve sowie beim CHIO in Aachen und den Deutschen Meisterschaften in Gera vor.
„Satchie ist in einer Top-Form“
Ähnlich gespickt ist auch der Turnierkalender von Isabell Werth, die sich mit ihrem Weltmeisterschafts-Pferd Satchmo in München vorstellte. Dort sah das Publikum der CDI-Prüfung einen souveränen Erfolg des WM-Erfolgsduos. „Sowohl im Grand Prix als auch im Grand Prix Special haben wir jeweils über 76 Prozent gepunktet. Satchie ist in einer Top-Form, und ich bin froh, dass er über mehrere Turniertage diese Konstanz gezeigt hat“, lobte die Weltmeisterin ihr Pferd.
Stolz war sie auch auf ihr Nachwuchspferd Fuchsberger: „In der kleinen Tour ging er wirklich schön. Er macht sich außergewöhnlich gut und ist auch schon auf dem Sprung in die große Tour. Aber wir wollen nichts überstürzen, denn wir haben ja Zeit.“ Fuchsbergers Resultate: Sieg im Prix St. Georges und Rang vier in der Intermediaire-I-Prüfung.
Die Juristin rundete das verlängerte Wochenende mit einem Erfolg im bayerischen Dressurderby ab, einer Prüfung auf St.-Georgs-Niveau mit Pferdewechsel.
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