Fußball: "Standspiel" war gestern
VON DETLEF KANTHAK - zuletzt aktualisiert: 26.07.2010Der neue Trainer des GSV Moers, Jürgen Raab, würzt das erste Training mit viel Laufarbeit. Wer allerdings die Hausaufgaben gemacht hat, hat's jetzt leichter. Der Frauen-Coach verspricht: "Alle haben die gleiche Chance!"
Die gute Nachricht zuerst: Die Fußballerinnen des GSV Moers haben während ihrer ersten Trainingseinheit unter dem neuen Übungsleiter Jürgen Raab und seinem Co-Trainer Dirk Pohl auch gegen den Ball treten dürfen. Die Schlechte: Bevor das runde Leder ins Spiel gelangte, musste die Mannschaft erst einmal etwas für ihre Kondition tun. Gymnastische Übungen und viel Laufarbeit sorgten dafür, dass so manche Spielerin vielleicht sogar wehmütig an die Zeit zurück dachte, als Raabs Vorgängerin Bettina Kutscher sechs Jahre lang die neuen Spielzeiten einläutete. "Na ja, da ging es schon lockerer zu", erinnert sich auch Abwehrspielerin Isabella Heines. Und fügt scherzhaft hinzu: "Im Vergleich dazu war das heute schon eher ein Hardcore-Training!"
Terhaag vor Comeback
Mit Lisa Kloß und Jamina Ganss (FCR Duisburg II) sowie den U 17-Spielerinnen des Bundesligisten, Samira Michael und Ann-Kathrin Winter, begrüßte Jürgen Raab vier neue Spielerinnen. Aus der eigenen Jugend soll Vera Hesemann nachrücken, zudem hofft der Trainer auf ein Comeback von Nadine Terhaag.
"Tiqui taka" lässt grüßen
Mit Vorwarnung allerdings. "Jede Spielerin hat ihr Sommerprogramm erhalten", berichtet die Verteidigerin, noch einmal die Kräfte sammelnd, als Raab zum zehnminütigen Auslaufen bat. Fahrrad fahren, Schwimmen, aber auch Ausdauerläufe hatte der neue Trainer ihnen für die spielfreie Zeit verordnet. "Die Mannschaft hat sich anscheinend daran gehalten", durfte sich der 44-Jährige beim Trainingsauftakt über den aktuellen Leistungsstand seiner Elf freuen, der in den Wochen bis zum ersten Meisterschaftsspiel der Regionalliga allerdings noch weitere Verbesserungen erfahren soll. "Wir wollen unser Spiel nach vorne verlagern, und dafür muss es laufintensiver werden", lässt sich Raab in die taktischen Karten schauen. Die Defensive steht, das hat der in der Abwehr starke GSV in den vergangenen Spielzeiten zur Genüge demonstriert. Des Trainers Vorstellungen zielen darauf ab, das Spielfeld in seiner Breite auszunutzen und die Außenpositionen effektiv zu nutzen. "Und dafür müssen wir eben in der Lage sein, das Spiel schnell zu eröffnen." Standspiel war gestern, jetzt sind kluge Spielverteilung und Raumgewinn bei wenigen Ballkontakten gefragt. Olé, tiqui taka, das schnelle und effektive Spiel des Weltmeisters aus Spanien lässt grüßen.
Wer's im Moerser Spiel letztendlich ausführen soll, lässt der Coach gerne noch offen. Das ein oder andere Spiel der Mannschaft hat er sich in der abgelaufenen Spielzeit angeschaut, als Kiebitz bei den Trainingseinheiten hat man Raab jedoch nicht gesehen. "Ich habe mich bewusst zurück gehalten, um jetzt unbefangen an die Arbeit gehen zu können", erklärt er. Alle Spielerinnen sollen bei Null anfangen, alle im Kader die gleichen Chancen erhalten. "Sie sollen es mir schwer machen, eine Mannschaft aufzustellen", verlangt der Trainer.
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