Volleyball: Trauriges Ende einer "Kaffeefahrt"
VON NILS JANSEN - zuletzt aktualisiert: 26.01.2009Die Volleyball-Bundesliga steckt voller Überraschungen. In Berlin trifft es diesmal den Moerser SC, der den "Wanderpokal der peinlichsten Niederlagen" in Empfang nimmt. Beim Tabellenletzten VC Olympia Berlin holt sich das Grozer-Team eine beschämende 1:3-Schlappe ab.
Fans, die dem Volleyball-Bundesligisten Moerser SC nahe stehen, dürften am Samstag Abend so etwas wie eine akute Atemnot verspürt haben, als sie das Ergebnis aus Berlin lasen. Mit 1:3 (25:19, 23:25, 22:25, 22:25) unterlagen die hoch eingeschätzten, aber diesmal jämmerlich abgestürzten "Adler" beim VC Olympia, einem "außer Konkurrenz" in der Eliteliga mitmischenden Juniorenteam. Die Gegnerschaft dürfte sich ins Fäustchen darüber lachen, dass an diesem Wochenende der MSC den "Wanderpokal der peinlichsten Niederlagen" überreicht bekam.
Ganz schlechte Zeugnisse
So spielte der MSC
Zuspieler: Roland Rademaker
Diagonalangriff: Matthias Mellitzer
Mittelblock: Aleksandar Ljubicic, Renzo Verschuren
Außen/Annahme: Joram Maan, Ivan Perez
Libero: Nikola Rosic
eingewechselt: Tobias Neumann, Szabolcs Szalai
Trainer: Georg Grozer
Co-Trainer: Chang Cheng Liu
Zuschauer: 100
So jedenfalls drückte es MSC-Coach Georg Grozer aus, der sich damit aber in feiner Gesellschaft befindet, denn auch andere Mitfavoriten auf Pokal- und Meistertitel sind bereits bei vermeintlichen "underdogs" gestrauchelt. Grozer reagierte geradezu zynisch, nachdem sich seine Profis und Nationalspieler von den Volleyball-"Kids" aus der Hauptstadt an der Nase durch die Anton-Saefkow-Halle hatten führen lassen. "Das war wohl für den einen oder anderen Spieler eine Kaffeefahrt nach dem Motto: Gegen die haben wir ja schon gewonnen, bevor wir überhaupt den ersten Ball gespielt haben." Nur drei von neun eingesetzten Akteuren bekamen von ihrem Trainer so etwas wie ein befriedigendes Zeugnis: Libero Nikola Rosic, Mittelblocker Aleksandar Ljubicic und Angreifer Joram Maan. Alle anderen Moerser Spieler agierten mangelhaft bis ungenügend.
Dabei waren es die Berliner, die mit zittrigen Beinen auf dem Parkett standen und dem Gegner den ersten Satz "schenkten", weil sie sich 14 eigene Fehler leisteten. "Wir sind danach, als der VCO seine Fehlerquote plötzlich verbesserte, aber nicht heiß gelaufen. Ich denke, dass es kein Beinbruch ist, dort einen Satz zu verlieren. Aber es ist ein Blamage, dass sich meine Leistungsträger im dritten und vierten Satz noch immer nicht den Hintern aufgerissen haben", klagte Grozer.
Etliche Chancen ließen die "Adler" aus und brachten damit die Youngster von VCO-Coach Söhnke Hinz immer besser ins Spiel. Lange Ballwechsel schlossen zumeist die Berliner erfolgreich ab. "Das erinnerte mich stark an Frauen-Volleyball, was meine Mannschaft hier gezeigt hat", meinte Grozer, der für das schnelle und spektakuläre Spiel schon zu seiner aktiven Zeit stand. "Wir sollten nicht denken, dass wir die großen Stars sind, nur weil wir Friedrichshafen und den SCC Berlin geschlagen haben."
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