Reiten: Wenn Reiter jonglieren müssen
VON NILS JANSEN - zuletzt aktualisiert: 16.06.2008Der Reit- und Fahrverein Rheurdt stand vor einigen Herausforderungen. Eine Vielzahl von Aktiven und eine Baustelle brachten die Organisatoren ins Schwitzen. Doch das eingespielte Team funktionierte perfekt. Aktive und Zuschauer erlebten ein prächtiges Turnier.
„Vorsicht bitte“ – bewaffnet mit zwei überdimensionalen Tabletts bahnten sich die beiden Damen einen Weg durch die vielen Menschen. Bepackt mit frischem Kuchen, versuchten sie, die umlagerte Theke zu erreichen, wo die Besucher des Rheurdter Reitturniers geduldig Schlange standen.
„Man könnte den Eindruck gewinnen, dass ganz Rheurdt auf den Beinen ist“, schmunzelte Ludger Hellmanns. Der Geschäftsführer des gastgebenden Reit- und Fahrvereins blieb gelassen. Und das, obwohl sich bei der dreitägigen Veranstaltung einige Herausforderungen für das Organisationsteam auftaten. Die große Reiter-Schar merkte davon nichts, denn alle Turnierplätze waren hervorragend für die sportlichen Wettkämpfe präpariert worden.
Rheurdter Erfolge
Die Meisterschaften des Kreis-Reiterverbandes Kleve bei den Kleinpferden waren fest in den Händen der Rheurdter Aktiven. In beiden ausgeschriebenen Titelkämpfen siegten Mitglieder des RuFV Rheurdt. Ludger Greis entschied die Konkurrenz bei den Einspännern für sich. Auf Rang drei war zudem Heinrich Bröcheler hervorragend platziert. Den Kreismeistertitel bei den Zweispännern gewann darüber hinaus mit Wolfgang Grey ein weiterer Fahrer aus der „Hochburg der Kutschen“.
Anna-Lena nicht zu bewzingen
Elisa Albeck aus Wesel gewann die Vielseitigkeitsprüfung im Rahmen der Serie um den „Cup der Eiskiste“. Melanie Wimmelmann (RV Seydlitz Kamp) landete mit Chino in dieser Konkurrenz, die mit 44 Startern enorm stark besetzt war, auf Rang drei.
Im Nachwuchs-Wettbewerb um den „Schneppenheim-Förder-Cup“ ließen die hiesigen Teilnehmer den auswärtigen Gästen den Vortritt. Sara Cleven aus Sevelen gewann. Beste Starterin der Region war Pia Theberath (Kamp) mit Helena. In dieser Vielseitigkeitskonkurrenz gingen sogar 47 Teilnehmer an den Start. Anna-Lena Nanz (Kamp) mit Lamento gewann in der Qualifikation zum Raiffeisen-Markt-Cup das Jugend-Championat Rheinland, eine kombinierte Prüfung aus Dressur und Stilspringen.
Rheurdt mit seinem Turnier ist traditionell auch eine Fahrer-Hochburg. Da zurzeit die angrenzende Kirchstraße wegen einer Baustelle teilweise gesperrt ist, hatten die Organisatoren die Strecke für die Gespanne etwas verändern müssen. „Das allein hätte nicht für Stress gesorgt. Allerdings wurden wir von einer Vielzahl an Nennungen überrascht. Insgesamt 1450 Reiterinnen und Reiter haben sich bei uns angemeldet. Damit war schon im Vorfeld klar, dass wir ganz schön jonglieren müssen, um alles in den Griff zu bekommen“, erklärte Hellmanns. Er und seine Vorstandskollegen konnten sich allerdings auf rund 70 freiwillige Helferinnen und Helfer verlassen, die, so Hellmanns: „einen großartigen Job verrichtet haben“. Hinzu kamen die zahlreichen Besucher, die offensichtlich großen Appetit mitgebracht hatten. Jedenfalls waren alle gastronomischen Anlaufstellen – und davon gibt’s auf dem Rheurdter Turnierplatz nicht wenige – ständig umlagert.
Die Meister des Kreis-Reiterverbands Kleve im Fahren bei den Großpferden heißen: Einergespanne: Hubert Markett aus Haldern; Doppelgespanne: Jürgen Broza aus Asperden-Kessel.
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