Zusammenhalt versetzt Berge
VON NILS JANSEN - zuletzt aktualisiert: 31.03.2009MSC-Trainer Georg Grozer lobt: "So werden wir für manchen Gegner unberechenbar." Das soll sich nun auch in den Viertelfinal-Play-off-Spielen gegen die Netzhoppers Königs Wusterhausen auszahlen.
So war's bisher
Seit der Einführung der Bundesliga-Play-Offs in der Saison 2005/06 schnitten die "Adler" in der Normalrunde wie folgt ab:
Saison 2008/09: 4. Moerser SC 34:14 Punkte Saison 2007/08: 3. Moerser SC 32:12 Punkte Saison 2006/07: 7. Moerser SC 22:22 Punkte Saison 2005/06: 8. Moerser SC 20:24 Punkte
Der Sonntag war für Georg Grozer ein schöner Tag. Zwar war der Trainer des Volleyball-Bundesligisten Moerser SC nach der Rückfahrt aus Bad Dürrenberg erst morgens um fünf Uhr im Bett, aber das machte ihm nichts aus. "Im Laufe eines Sportler-Lebens kommt das immer wieder vor. Daran habe ich mich längst gewöhnt", meinte der Coach der "Adler". Dass ihm durch die Umstellung der Uhr wegen der Sommerzeit noch eine Stunde weniger Schlaf blieb, erwähnte er erst gar nicht.
Tim will Papa auf der Tribüne
Und dann hieß es auch noch: wieder früh aufstehen, denn eines seiner sportlichen Kinder wollte schließlich den Papa auf der Tribüne sehen. Am Sonntag war es Tim, der mit der U 14-Mannschaft des MSC bei den Westdeutschen Meisterschaften in Bonn spielte (Bericht unten stehend).
Grozer senior durfte sich dann sogar über den Titelgewinn der jungen Moerser Volleyballer freuen. Vor allem aber hatte er Grund zur Zufriedenheit, weil sein eigenes Team, also die Bundesliga-Asse des MSC, wieder rechtzeitig in die Spur zurück gefunden zu haben scheinen. Auf der Zielgeraden erreichte seine Mannschaft den vierten Tabellenplatz. Und der bringt bekanntlich einen Heimvorteil in der Play-off-Runde, die am kommenden Samstag mit dem ersten Viertelfinalspiel der "Adler" gegen die Netzhoppers aus Königs Wusterhausen beginnen wird.
Andere Teams überraschen
Bei der Analyse des 3:0-Erfolgs seiner Schützlinge in Bad Dürrenberg/Spergau (RP von gestern) fielen zwei Begriffe: Zusammenhalt und Verantwortung. Mit dem mannschaftlichen Zusammenhalt, den die Moerser im letzten Spiel der Normalrunde bewiesen, könne man Berge versetzen, also Leistungen erzielen, die andere Teams überraschen. So muss es wohl auch den Dürrenbergern ergangen sein, die sich einer stark veränderten Moerser Mannschaft gegenüber sahen. Und ehe sich der Tabellenachte versah, war der erste Satz für die Gäste schon in trockenen Tüchern.
"Dieser Zusammenhalt hat uns schon in der Hinrunde für manchen Gegner unberechenbar gemacht. So soll es nun auch in den Play-Offs laufen", sagte Grozer gestern. Und dann lobte er auch die erfahreneren Spieler seines Teams, die gerade den jungen Akteuren wie Tobias Neumann (20 Jahre), Dominik Sikorski (18) und Tim Broshog (21) Sicherheit gegeben hätten. Das waren Kapitän Matthias Mellitzer, Ivan Perez, Aleksandar Ljubicic, Nikola Rosic und Szabolcs Szalai.
Zu dieser ungewöhnlichen Konstellation war es gekommen, weil die drei Holländer im Moerser Team dringend eine Verschnaufpause nötig hatten (die RP berichtete). Und um die Geschlossenheit zu demonstrieren, war Grozer in Bad Dürrenberg beim Aufwärmen auch noch selbst dabei. Wann immer er das in der laufenden Saison gemacht hat, gab es anschließend einen Sieg für den Moerser SC zu bejubeln.
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