Rheinberg: 152 hier, 116 da, 55 wandern ab
VON UWE PLIEN - zuletzt aktualisiert: 19.02.2011 - 08:45Rheinberg (RPO). Die Anmeldezahlen für die neue Rheinberger Gemeinschaftsschule und das Amplonius-Gymnasium stehen fest. Die Schulleiter sind zufrieden. Erstaunlich: 17 Prozent gehen nicht auf Rheinberger, sondern auf auswärtige Schulen.
Gestern um 12 Uhr konnte das Anmeldeteam für die Gemeinschaftsschule Rheinberg aufatmen. Norbert Giesen, Dr. Beatrix Langenbeck-Schwich und Barbara Mennekes schlossen das Anmeldeverfahren ab, und das überaus zufrieden: 152 Jungen und Mädchen sind für die neue Schule gemeldet. "Die Frage ist allerdings, ob sie auch alle angenommen werden", sagt Noch-Realschulrektor Norbert Giesen, "das entscheidet sich am Dienstag, wenn wir eine Besprechung mit dem Dezernenten der Bezirksregierung haben." Er spielt damit auf den Rheinberger Ratsbeschluss an, der besagt: Nur Rheinberger Schüler werden angenommen. Ein halbes Dutzend auswärtiger Schüler möchten auch auf die Gemeinschaftsschule, davon mindestens einer aus Alpen. Der Junge besuche allerdings schon jetzt keine Grundschule in der Nachbargemeinde, sondern eine in Neukirchen-Vluyn. Hierzu werde die Stadt Einzelfallentscheidungen treffen, so der Pädagoge.
17 Prozent
323 Viertklässler verlassen im Sommer die sechs Rheinberger Grundschulen.
268 dieser Jungen und Mädchen sind bisher an den beiden weiterführenden Schulen in Rheinberg angemeldet. Die restlichen 55 Kinder – immerhin noch 17 Prozent – sind offenbar an weiterführenden Schulen in anderen Städten angemeldet worden.
Nichts weggeschnappt
Giesen glaubt nicht, dass die Gemeinschaftsschule dem Amplonius-Gymnasium potenzielle Schüler weggeschnappt habe: "89 der angemeldeten Schüler haben eine Empfehlung für die Realschule, 37 für die Hauptschule, 21 für das Gymnasium und fünf benötigen sonderpädagogischen Förderbedarf."
Von der letztendlichen Anmeldezahl hängt ab, ob die Gemeinschaftsschule im Sommer mit sechs oder sieben Eingangsklassen starten wird. Giesen: "Für unsere Planung ist das unerheblich. Kleine Klassen werden so oder so gebildet." Die Sechszügigkeit habe allerdings den Vorteil, dass man in Fächern wie z.B. Religion mit jeweils zwei Klassen Gruppen bilden kann.
Am Rheinberger Amplonius-Gymnasium sind 116 Kinder angemeldet worden; auch dort endete die Einschreibefrist gestern Mittag. "Im vergangenen Jahr hatten wir 148 Kinder", so Oberstudiendirektor Heinz Pannenbecker. "Aber jetzt verlassen auch 30 Kinder weniger die vierten Klassen der Rheinberger Grundschulen." Fünf neue Klassen werden nun gebildet. "Ich glaube nicht, dass bei uns weniger Kinder angemeldet wurden, weil es jetzt die Gemeinschaftsschule gibt", analysiert Pannenbecker, der für dieses Jahr mit 120 bis 125 Anmeldungen gerechnet hatte.
Weniger Kinder aus Alpen
Er hat andere Vermutungen: "Aus Alpen sind diesmal weniger Kinder dabei, außerdem gehen wieder einige aus Budberg nach Rheinkamp. Und auch aus Borth und Wallach kommen weniger als sonst. Sie orientieren sich möglicherweise nach Wesel, vielleicht auch nach Xanten." Unzufrieden ist der Amplonius-Chef keinesfalls: "Mit 116 Schülern können wir kleine Kassen bilden. Das ist gut."
Für das Anmeldeteam der Gemeinschaftsschule geht die Arbeit heute weiter. Mit Frank Meyer und Helga Karl vom Rheinberger Schulamt sind die drei Lehrer heute beim Bildungssymposium in Essen, um dort das Konzept der Rheinberger Gemeinschaftsschule vorzustellen.
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