Rheinberg: 4,2 Millionen für neue Kanäle
VON RAINER KAUSSEN - zuletzt aktualisiert: 29.10.2010Rheinberg (RPO). Der Kohlebergbau hat dem Netz der Abwasserleitungen in Alpsray kräftig zugesetzt. Die Sanierung der beschädigten Rohre wird zwei Jahre dauern. Stadt Rheinberg muss 40 Prozent der Kosten übernehmen.
Knapp drei Kilometer
Ganz Alpsray ist von Bergschäden im Kanalsystem betroffen.
Die Rohre wurden bereits teilweise saniert; die dabei verlegten Leitungen haben den weiteren Bodenbewegungen Stand gehalten.
Nun müssen weitere knapp drei Kilometer repariert werden.
4,2 Millionen Euro wird die Beseitigung der Schäden kosten, die der Bergbau an der Kanalisation in Alpsray angerichtet hat – und die Stadt Rheinberg muss davon 40 Prozent bezahlen. Es waren keine guten Nachrichten, die der Bauausschuss jetzt verdauen musste. Wolfgang Fillers (CDU) hatte seine Kolleginnen und Kollegen schon im Eingangswort auf ein "unerfreuliches Thema" eingestimmt. Details lieferte dann Fachingenieur Patt.
Es muss sofort gehandelt werden
Zunächst habe man das Abbauende unter Alpsray abwarten wollen, um dann mit einer Kamera-Befahrung die Schäden festzustellen und nach Abklingen der Bergschäden mit der Reparatur zu beginnen. Doch die Schäden seien schon jetzt so groß, dass teilweise sofortiges Handeln nötig ist, beschrieb der Experte aus Voerde. Unter dem Strich müssten zirka drei Viertel des Kanalnetzes in Alpsray erneuert werden, gut 400 Meter im "Inline"-Verfahren (Auskleidung und Sanierung der Rohre von Innen), aber 2,5 Kilometer in offener Bauweise.
Zwei Bauabschnitte
Angesichts dieser Dimensionen werde das Projekt in zwei Abschnitte unterteilt, wobei im nördlichen (nördlich des Kapellenweges) mit der Sanierung begonnen wird. Dort sei der Kohleabbau bereits beendet. Patt rechnete mit einem Baubeginn im März/ April 2011 und einer Bauzeit von gut einem Jahr.
In der folgenden Debatte zeigten sich die Politiker betroffen über das Ausmaß der Schäden und den Kostenanteil, der entsprechend den feststehenden Verteilungsschlüsseln auf die Stadt zukommt. Klaus Lorenz (SPD) regte an, gleichzeitig mit der Kanalsanierung auch die Reparatur der mutmaßlich ebenso von Bergschäden betroffenen Hausanschlüsse durchzuführen. Das habe die Verwaltung bereits so geplant, erläuterte Dezernent Dieter Paus. Klaus Lorenz regte außerdem an, über eine verkehrsberuhigte Gestaltung der Straßenoberflächen nachzudenken, die nach der Kanalsanierung ohnehin neu hergerichtet werden müssten. Das sei sicher sinnvoll, fand Jürgen Bartsch (Grüne), aber "wer würde die Kosten tragen?" Josef Devers (CDU) sah klar voraus: "Das könnte auf die Hauseigentümer zu kommen." Dieter Paus differenzierte: Im nördlichen Bauabschnitt sei die Straßenoberfläche bereits jetzt verkehrsberuhigt gestaltet und werde auch so wieder hergestellt. Im Süden gebe es diese Gestaltung zur Zeit nicht; insoweit müsse man bedenken, dass Straßen nach 30 Jahren als abgeschrieben gelten und auf Anwohner bei einer Neugestaltung tatsächlich Kostenbeiträge zukommen könnten.
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