Rheinberg: 420 000 Euro für Orsoys Kirche
VON RAINER KAUSSEN - zuletzt aktualisiert: 04.07.2009Rheinberg (RPO). Die Finanzierungs-Anträge für die Kirchbausanierung wurden gestern genehmigt. Vor lauter Freude ließ Pfarrer Uwe Klein am Vormittag die Osterglocken läuten, damit die Gemeinde von der frohen Botschaft erfuhr.
Pfarrer Uwe Klein standen gestern die Tränen in den Augen – vor Freude. Und damit auch die ganze Gemeinde das Besondere der Stunde spürte, ließ Klein die Osterglocken läuten. Denn es war in der Tat ein ganz wichtiger Augenblick: Aus Düsseldorf kam gestern die Meldung, dass die beantragten Mittel für die Sanierung der evangelischen Pfarrkirche bewilligt wurden: 250 000 Euro kommen aus Berlin, rund 170 000 Euro vom Land – damit ist der erste Bauabschnitt finanziert.
Der ist auf rund 505 000 Euro kalkuliert. Aber durch vielfältige Aktivitäten ist es den Orsoyern mit dem Förderverein in den vergangenen zwei Jahren gelungen, selbst über 100 000 Euro auf der "hohen Kante" zu haben für ein Projekt, dessen erster Abschnitt mit einem einzigen Wort zu beschreiben ist: Gefahrenabwehr.
Urzustand als Ziel
Rund 1,3 Mio. Euro wurden nach einem Gutachten für die komplette Sanierung der Evangelischen Pfarrkirche veranschlagt.
Neben der Mauerwerkssanierung soll die baulich veränderte Kirche auch wieder im Urzustand von vor 1855 erstrahlen.
Die Wände trocknen
Denn im Grunde ist jeder Tag wichtig, um die evangelische Pfarrkirche in Orsoy zu retten. Pfarrer Klein fasste gestern im Gespräch mit der Rheinischen Post noch einmal zusammen, was zu tun ist: Die feuchten Wände müssen trocken gelegt werden, dabei wird der Boden in der Kirche "ausgekoffert". Möglichst viel Luft soll in die Kirche, "es ist wie mit nasser Wäsche, die Trocknen soll", beschreibt Pfarrer Klein: "Da sorgt man ja auch dafür, dass viel Luft dran kommt." Nur dass das Verbannen von Feuchtigkeit aus einem jahrhunderte alten Gemäuer eine deutlich komplexere Angelegenheit ist. Ein Unterfangen, bei dem sicherheitshalber auch die Orgel ausgebaut werden wird.
Ökumene
Der Baubeginn ist noch nicht genau terminiert, "aber es wird auf jeden Fall nach dem Schützenfest sein", unterstreicht Uwe Klein. In der ersten Projektphase wird die Kirche für sechs bis neun Monate zur Baustelle. Die Gottesdienste der evangelischen Gemeinde werden in dieser Zeit in der katholischen Kirche stattfinden. Das haben die Pfarrer Klein und Schmitz abgesprochen. Am Beginn der ökumenischen Nutzung wird ein ökumenischer Eröffnungsgottesdienst stehen.
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