Rheinberg: 55 Stunden am Brett
VON SABINE HANNEMANN - zuletzt aktualisiert: 18.06.2010Rheinberg (RPO). Seit gestern Mittag bügelt Daniel Peetz gegen die Uhr. Der Budberger will den Weltrekord knacken. Wenn er bis morgen Abend durchhält, bekommt der 28-Jährige einen Platz im Guinness-Buch der Rekorde.
rheinberg-budberg 12.15 Uhr, Marienplatz in Budberg – der Countdown läuft, Daniel Peetz startet seinen Weltrekord im Dauerbügeln. Der Budberger will über 55 Stunden bügeln. "Das schafft der. Daniel ist zäh wie Leder", ist am Rande des Marienplatzes zu hören. Jürgen Temath, Trainer beim SV-Budberg, kennt ihn aus dem Sportverein genau: "Daniel ist ehrgeizig." Dass der Budberger den Weltrekord aufstellen will, erstaunt Temath nicht. Budberger haben Ausdauer. "Wir haben sogar vor einigen Jahren 72 Stunden Fußball non-stop gespielt."
150 Hemden auf einen Schlag
Alles wohltuende Vorschusslorbeeren, die Daniel Peetz mit Sicherheit gut gebrauchen kann. "Wir Budberger stehen hinter ihn, vor allem der SV-Budberg", meint Erika Prütz, die auch einen Wäschekorb mit Bügelwäsche abgegeben hat. Der Nachschub ist gesichert. Ein Schwung von 150 Hemden ist für den Nachmittag angekündigt. Bürgermeister Mennicken hat ebenfalls Bügelwäsche mitgebracht. Zehn Meter schwer bügelbares Leinen hat Angela Schneevoigt abgegeben. Für Daniel ist die Menge egal, er bügelt fast alles glatt.
Daumen drücken
Mit viel Dampf und Schmackes ist Daniel Peetz in den Weltrekordversuch gestartet. Er will ins Buch der Rekorde kommen. Morgen gegen 22.15 Uhr endet das Bügelabenteuer.
Dem Bundeswehroffizier stehen pro Bügelstunde fünf Minuten Pause zu, die er auch ansammeln kann, um kurz zu schlafen.
20 Schiedsrichter sind vor Ort, auch Guinness World Records ist mit offiziellen Vertretern dabei.
Vom bestehenden Weltrekord hörte Peetz über das Radio. "Das kann ich doch auch", war seine Antwort. Er fand spontan die Unterstützung seiner Freunde, die unter anderem auch die Bügelwäsche organisierten. Leifheit unterstützt den Dauerbügler.
Das bisschen Haushalt nimmt Peetz den Budberger für seinen Weltrekordversuch ab. Gepflegte, gebügelte Wäsche macht Eindruck. In Zeiten von zunehmenden Singlehaushalten sei es auch nicht verkehrt, dass Männer ein Bügeleisen betätigen können, meint Peetz.
Pro Stunde fünf Minuten Pause
Auf ihn richten sich beim Start Fernsehkameras und Mikrofone. Live wird aus Budberg berichtet. Peetz gibt sich entspannt. "Nervös bin ich nicht", meint er. Ein paar Tage Urlaub auf Mallorca hat sich der Bundeswehroffizier vorher noch gegönnt. Er ist bestens vorbereitet. Trainiert hat er im Vorfeld mit beiden Hände zu bügeln, Essen will er das, worauf er gerade Appetit hat. Pro Stunde stehen ihm fünf Minuten Pause zu. "Natürlich habe ich ein bisschen Angst vor Verletzungen und dass die Handgelenke mir weh tun können", meint er. Längere Zeit ohne Schlaf auszukommen sei nicht das Problem. Er setzt auf die Unterstützung der Budberger.
Während des Rekords darf er nicht sitzen oder sich anlehen. Durchhalten am Bügelbrett heißt es bis zum müden Ende. Musik wird ihn wachhalten, am Fernseher will er das heutige Deutschlandspiel verfolgen und weiterbügeln, denn der 28-Jährige darf das Bügeln nur für 15 Sekunden unterbrechen. "Ich setze auf meine Leute, die mich in der Nacht besuchen und mich anfeuern werden. Ohne ihre Unterstützung wäre solche eine Aktion nicht möglich." Gut 20 Schiedsrichter beobachten diese Aktion, denn es gilt die Bestmarke der Schweizerin Eufemia Stadler zu überbieten. Professionell wird er vom Spezialisten Leifheit unterstützt. Daniel Peetz engagiert sich bei seinen Weltrekordversuch auch für andere. Neben den Bergen von Wäschekörben steht eine Spendenbox. "Das Geld wollen wir für Aktionen mit Kindern ausgeben", erzählt Kathrin Berger, Caritasverband Moers-Xanten.
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