Rheinberg: Acht Monate Haft für brutalen Schläger
zuletzt aktualisiert: 06.04.2011Rheinberg (RPO). Im April 2010 schlugen zwei Männer den Inhaber einer Werkshalle für Brennstofffe in Rheinberg brutal zusammen. Drei Tage musste der Mann im Krankenhaus behandelt werden. Jetzt sollten sich die mutmaßlichen Angreifer vor dem Amtsgericht verantworten. Weit kam man nicht: Einer der Angeklagten war gar nicht erschienen, der andere zweifelte plötzlich daran, dass seine Deutschkenntnisse für den Prozess ausreichen würden. Dabei lebt er schon seit 13 Jahren in Deutschland, hat hier eine Familie und arbeitet hier.
Noch bei der Polizei war er in der Lage, ohne Dolmetscher umfangreiche Angaben zu machen, auch sein Anwalt meinte, man könne sich so verständigen. Zu Prozessbeginn erklärte der 33-Jährige jedoch, er verstehe die Anklageschrift nicht. Den Erklärungen seines Anwaltes konnte er zwar folgen, hatte jedoch nach eigenen Angaben Angst, den Tücken der juristischen Fachausdrücke nicht gewachsen zu sein und versehentlich etwas Falsches zu sagen. Der Richter: "Das ist mir zu heikel!" So könne man nicht verhandeln. Ein neuer Termin mit Dolmetscher wird festgelegt.
Die Staatsanwaltschaft hatte den Angeklagten vorgeworfen, den Geschädigten erst geschlagen und dann rückwärts mit dem Auto auf ihn zugesetzt zu haben, damit er ihr Nummernschild nicht fotografieren könne. Dann seien beide Männer ausgestiegen und hätten mehrfach mit Fäusten auf ihn eingeschlagen. Grund des Streits war nach Ansicht des Geschädigten, dass ihnen die geschäftliche Konkurrenz nicht gefiel. Sie hätten ihm vorgeworfen, ihr Geschäft zu ruinieren. Den nicht erschienenen Mitangeklagten verurteilte das Gericht wegen Körperverletzung und gefährlicher Körperverletzung zu acht Monaten Haft.
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