Rheinberg: Alle Kräfte mobilisieren
VON UWE PLIEN - zuletzt aktualisiert: 05.02.2010Rheinberg (RPO). Beim "Runden Tisch" ging es darum, wie die Ossenberger Grundschule gerettet werden kann. Nächste Woche steht das Thema auf der Tagesordnung im Schulausschuss. Es bleiben viele Fragen offen.
Mit knapp 40 Teilnehmern – unter ihnen auch Kommunalpolitiker von CDU, SPD, FDP und Bündnis 90 / Die Grünen – war der "Runde Tisch Ossenberg" in der Katholischen Grundschule erwartungsgemäß gut besucht. Der Förderverein der Schule hatte dazu eingeladen: Es sollte überlegt werden, wie der Fortbestand der Schule gesichert werden kann (die RP berichtete mehrfach). Wenige Tage vor der Schulausschusssitzung (Mittwoch, 10. Februar, Stadthaus, 17 Uhr, Raum 249) drängt die Zeit. Denn das Gremium wird dem Rat vermutlich empfehlen, ob die Schulauflösung zu beschließen sei oder nicht.
Die Rolle der Stadt
Einige Teilnehmer des Runden Tisches Ossenberg äußerten sich unzufrieden mit der Position der Stadt.
Man habe zuweilen den Eindruck, die Verwaltung sei nicht daran interessiert, Schule und Ganztagsbetrieb in Ossenberg zu erhalten.
Das Hauptproblem besteht nach wie vor: Nur 13 Jungen und Mädchen sind für eine neue erste Klasse zum nächsten Schuljahr angemeldet; mindestens 18 müssen es sein. Fördervereins-Vorsitzender Dr. Roelf Bleeker-Dohmen verwies auf zwei Möglichkeiten, die nun in Frage kommen. Erstens: Die Ossenberger Schule wird aufgelöst und als Teil-Standort der Schule Borth-Wallach geführt. Zweitens: Ossenberg wird eine Dependence – "dazu muss aber die erste Klasse auf jeden Fall zu Stande kommen", so Bleeker-Dohmen.
Vereine, Parteien, Eltern
Nun sollen alle verfügbaren Kräfte im Ort mobilisiert werden, um die fünf fehlenden Kinder für die Grundschule zu gewinnen. Sportverein, Parteien, die Eltern sowieso – alle Hebel sollen in Bewegung gesetzt werden. Die betreffenden Eltern ansprechen und möglichst schnell überzeugen, aber nicht plump abwerben – so lautet die Devise. "Unser erstes Ziel ist es weiterhin, sowohl das Schulleben als auch den Betrieb der Ganztagsschule in Ossenberg aufrechtzuerhalten", beschrieb der Vereinsvorsitzende. "Und das wäre auch für die Borther und Wallacher das beste."
Sind die Wallacher im Bilde?
Man zweifle allerdings daran, ob die Eltern im Rheinberger Norden über mögliche Konsequenzen ausreichend in Kenntnis gesetzt worden seien.
Überhaupt scheint es mehr Fragen als Antworten in dieser verzwickten Situation zu geben. Zum Beispiel: Wird es in Wallach im Fall der Fälle zwei oder drei Eingangsklassen geben? Entscheidet der Wallacher Schulleiter allein über die Einteilung? Wie sieht es aus, wenn Rektor Manfred Hameister zum Ende des Schuljahres in den Ruhestand geht? Überlässt er die Entscheidung seinem Nachfolger? Was wird mit der viel gelobten Ganztagsbetreuung in Ossenberg, deren Träger der Förderverein ist? Stirbt sie mit der Schulauflösung? Kann Sie – in einem neu zu gründenden Verein – weiterbestehen, weil Wallach den ermittelten Bedarf von 25 neuen Betreuungsplätzen nur zur Hälfte decken kann? Können die Ossenberger vielleicht sogar die Betreuung für Wallach und Ossenberg übernehmen? Wie wird mit Anmeldungen für die Ossenberger Ganztagsschule verfahren, wenn diese nachher doch nicht mehr existiert? Fragen über Fragen also.
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