Alpen: Alpen schafft Arbeit in Peru
VON SINA ZEHRFELD - zuletzt aktualisiert: 04.10.2008Alpen (RPO). Die Verlosung der KAB beim verkaufsoffenen Sonntag in Alpen unterstützt ein neues Projekt in Peru. Junge Leute aus armen Dörfern werden zur Ausbildung in die Städte gebracht. Davon soll eine ganze Region profitieren.
Wenn in einem Dorf in der Region von Caraveli, das ist in Peru, eine Wasserpumpe kaputt geht, dann bleibt das Feld eben trocken – reparieren kann das niemand. Fällt der Generator aus, war’s das mit dem Strom. Wer neue Schuhe braucht, plant dafür schon mal eine Reise in die Hauptstadt. Es gibt keine Handwerker und keine Werkstätten in diesem Landesteil. Für die Menschen ist das ein handfestes ökonomisches Problem. Die KAB in Alpen will Abilfe schaffen.
Am Sonntag, 12. Oktober, ist der verkaufsoffene Sonntag in Alpen. Die KAB ist wieder mit einer großen Verlosung dabei. Diesmal geht der gesamte Erlös in ein noch recht neues Projekt in der Region der Prälatur Caraveli. Die Idee: Junge Leute, oft im Alter zwischen 16 und 18 Jahren, werden zur Ausbildung in entfernte Städte gebracht. Dort gibt es Betriebe, in denen sie handwerkliche oder technische Berufe erlernen, oder sie gehen auf höhere Schulen.
In der Prälatur Caraveli
Pfarrer Helmut Grauten war im vergangenen Jahr in der Prälatur Caraveli. Was Lebensmittel angeht, sind die meisten Menschen dort fast Selbstversorger, erzählt er. Sie bauen Mais an und halten Haustiere: „Das ist auch ganz wichtig und gut so.“ Doch was immer sie darüber hinaus brauchen, vom Wellblechdach für das Lehmziegelhaus über Kleider bis hin zum Schulheft: „Alles muss aus den großen Städten herangeschafft werden. Und alles ist zu teuer wegen der langen Transporte.“ Das Projekt, das die KAB unterstützt, soll langfristig helfen, nicht kurzfristig Erfolge bringen, betont er. „Die jungen Leute gehen zur Ausbildung weg, damit sie später nach Caraveli zurückkommen und dort Werkstätten und Schulen aufbauen, wo heute nichts ist.“ Es ist ein Handel: Heute wird Schülern zu Bildung verholfen. Dafür sollen sich moralisch verpflichtet fühlen, eines Tages zurückzukommen. Dann sollen sie ihr Wissen und Können mitbringen und an die nächste Generation weitergeben. „Als ich in Peru war, waren die ersten acht jungen Leute in der Ausbildung. Je mehr Spenden die KAB jetzt zusammenbringt, desto mehr können folgen“, so Grauten.
Kinder sozial auffangen
Menschen in ihrer Ausbildung zu unterstützen, das liege der KAB nahe, begründet er die Entscheidung für gerade dieses Projekt. Ihn hat beeindruckt, wie tatkräftig die Menschen in Peru selbst ihr Gemeindeleben in die Hand nehmen. So wohnen die Auszubildenden in den fremden Städten bei Gastfamilien, die über kirchliche Gruppen organisiert werden. Das spare nicht nur Kosten – die Kinder würden auch sozial aufgefangen. „Vom menschlichen Miteinander her ist das schon vorbildlich.“
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