Rheinberg: Amazon: Ärmel hoch fürs Christkind
VON RAINER KAUSSEN - zuletzt aktualisiert: 14.12.2011Rheinberg (RP). Die Ansiedlung von Amazon in Rheinberg brachte dem Arbeitsmarkt den versprochenen Impuls: In dem riesigen Komplex an der Amazon-Straße arbeiten Ungelernte ebenso wie Vollakademiker.
Ein Siemens-Staubsauger, ein 3-D-Puzzle, ein Digital-Keyboard von Yamaha und natürlich das Lesegerät Kindle – sie gehören zu den Artikeln aus dem schier grenzenlosen Amazon-Angebot, die im Vorweihnachtsgeschäft am häufigsten in die Pakete gepackt werden. Auch im Logistikzentrum Rheinberg, wo die Mitarbeiter gerade die Ärmel hochkrempeln in der ersten Spitzensaison.
Das hat dem Arbeitsmarkt den versprochenen Impuls gebracht: Die Belegschaft wuchs von einer 300-köpfigen Kernmannschaft in eine vierstellige Größe, beschreibt Armin Cossmann, Chef der Amazon-Logistikzentren in Deutschland, gestern im Gespräch mit der RP: "Wir haben in großem Umfang Jobs geschaffen für Menschen, die auf einem anderen Arbeitsmarkt nicht eine solche Chance bekommen hätten. Bei uns arbeiten Ungelernte ebenso wie Vollakademiker."
Löschwassertanks
Das Amazon-Logistikzentrum hat Rheinbergs Ortsbild klar verändert. Besonders ins Auge stechen zwei große, gelb gestrichene Behälter an der Seite zur B 510.
Sie dienen der Sicherheit des 110 000-Quadratmeter-Komplexes und bieten Platz für enorme Mengen Löschwasser, aus denen im Falle des Falles die Sprinkleranlage gespeist wird.
In Rheinberg und von den Rheinbergern fühle sich Amazon gut aufgenommen. Sicher, es gibt noch Verbesserungspotenzial: Eine Haltestelle direkt an der Firmenzufahrt steht noch auf dem Wunschzettel der Mitarbeiter, die zu den Schichtwechselzeiten um 6.30 Uhr, 15.30 Uhr sowie 23.30 Uhr ohne eigenes Auto den riesigen Komplex an der Amazonstraße ansteuern.
Dort werden sie übrigens längst in einer eigenen Kantine versorgt, von einem Caterer aus der Region. Zurzeit wird das Essen nur ausgegeben, bald ist aber die eigene Küche fertig, so dass die Mahlzeiten frischgekocht auf die Teller kommen. Was bestimmt auch gut ist für die Kondition der "Picker", die pro Schicht zwischen 10 und 15 Kilometern an den teils haushohen Regalen unterwegs sind, um die Pakete für die Kunden zusammen zu stellen. Von deren Mausklick auf der Amazon-Bestellseite bis zum Einladen des fertigen Pakets in den Lkw von DHl oder Hermes dauert es übrigens selten länger als ein paar Stunden.
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