Rheinberg: Anas Blues für Papa Milton
VON UWE PLIEN - zuletzt aktualisiert: 14.12.2009Rheinberg (RPO). Vierbaum Diesmal war der Papa mit dabei. Milton Popovic, der immer noch im serbischen Belgrad lebt, ist ein hagerer, ruhiger Mann. Mitte 50, schütteres Haar. Währen des Konzerts seiner Tochter Ana Popovic im komplett ausverkauften "Schwarzen Adler" steht er ganz hinten im Saal und hört sehr genau zu. Man sieht ihm an, dass er stolz auf seine Ana ist. Schließlich ist die 33-Jährige inzwischen in Europa eine feste Größe in der Blues-Szene. Einer Szene, in der Frauen in führenden Positionen immer noch die Ausnahme sind.
"Ich bin Blues-Fan"
"Ich bin ein Blues-Fan, ein Blues-Liebhaber", erzählt Milton Popovic im RP-Gespräch, während er einigen Fans CD's von Ana aus einem Alu-Koffer verkauft. "Sie hat meine Blues-Platten entdeckt und irgendwann hat sie sich meine Gitarre genommen. Da war sie 15", so der Vater. "Anfangs habe ich ihr etwas beibringen können. Aber sie hat so schnell gelernt – bald schon hätte sie meine Lehrerin sein können."
Hin und wieder begleitet Milton Popovic seine bekannte Tochter, die seit vielen Jahren in den Niederlanden lebt. Im "Adler" vergaß die Gitarristin und Sängerin nicht, auf den Spezial-Gast hinzuweisen. "Mein Daddy ist heute hier", sagt sie. Und dass er das Publikum im Blick habe: "He'll check you out!"
Vor genau neun Jahren gastierte Blues-Lady Ana Popovic erstmals im Vierbaumer Blues-Club – damals noch als Gast von Toscho Todorovic und der "Blues Company". Heute steht die Musikerin längst auf eigenen Beinen, hat sich emanzipiert und bewegt sich souverän im Vier-Länder-Eck von Blues, Rock, Soul und Jazz. Von ihrem neuen, erst kürzlich erschienenen Album "Blind for love" bringt sie u.a. den Song "Nothing Personal", der eine neue Ana präsentiert: soulig, schnell, geradeaus und ohne Schnörkel. Das steht ihr gut.
Weiterentwickelt
Sie hat sich weiter entwickelt, die 33-Jährige: als stark solierende Gitarristin (auch wenn sie immer noch gerne ihren verstaubten Achtziger-Jahre-Chorus-Sound bemüht), als Sängerin (was man besonders bei Wendungen in ruhigen Titeln spürt) und als Songwriterin (da setzt sie deutlich mehr auf Abwechslung).
Zusammen mit ihren drei ganz hervorragenden Band-Kollegen an Drums, Bass und Keyboards wickelt sie das Publikum mühelos um den Finger. Der Applaus will gar nicht mehr enden. Am Ende sind alle happy – ganz besonders Papa Milton.
Erstmals konnte man das Geschehen auf der Adler-Bühne auch im hinteren Bereich des Saals verfolgen: auf einem Flachbildschirm.
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