Rheinberg: Andere glücklich sehen
VON NICOLE MAIBUSCH - zuletzt aktualisiert: 17.06.2010Rheinberg (RPO). Vor 30 Jahren hat der damalige Pastor Hermann Blumenstengel den "Grünen Kreis" ins Leben gerufen. Seitdem kümmern sich dessen Mitglieder ehrenamtlich um die Bewohner des ev. Altenheims Orsoy. Gestern wurde gefeiert.
RHEINBERG-ORSOY Den Brief, mit dem Pastor Hermann Blumenstengel die Einrichtung eines Kreises zur Betreuung der Bewohner des evangelischen Altenheimes Orsoy angeregt hatte, besitzt Irmgard Wagner immer noch. 30 Jahre ist das Schreiben alt. Und genauso alt ist auch der "Grüne Kreis", dem Irmgard Wagner seit Gründung angehörte. Seit drei Jahrzehnten besuchen und betreuen dessen Mitglieder ehrenamtlich die Bewohner des evangelischen Altenheims. Gestern wurde dieser runde Geburtstag gefeiert.
Dankbar für die Arbeit
Hermann Blumenstengel freute sich über den Erfolg dieser Einrichtung. "Wir sind dankbar für die Arbeit, die die Mitglieder des Kreises geleistet haben und immer noch leisten", so der ehemalige Pfarrer der evangelischen Gemeinde. Wie wichtig und wertvoll das Engagement des "Grünen Kreises" ist, wird an Irmgard Wagner deutlich: Die 83-Jährige, die gestern im Rahmen der Feier ganz offiziell verabschiedet wurde, bereut keinen Tag, an dem sie sich den Senioren gewidmet hat. Dass ihr Engagement 30 Jahre dauern würde, hätte die Orsoyerin allerdings nie gedacht.
Mitglieder
Zum "Grünen Kreis" gehören zehn Damen und drei Herren:
Monika Placzek, Marlies Privik, Ruth Lötz, Helmi Kraft (Leiterin), Doris Prangenberg, Erika Peitz, Ursula Kohl, Hildegard Neuhaus, Erika Baran, Werner Mootz, Andreas Höch und Burkhard Schmidt.
"Angefangen habe ich, als das Altenheim umgebaut wurde", erinnert sich Irmgard Wagner. Damals war der Aufenthaltsraum in einer Baracke auf dem Gelände untergebracht, da habe man die Bewohner vom Zimmer zum Tagesraum begleitet, dort mit ihnen gesungen und gespielt. "Wir haben einfach die Schwestern ein bisschen unterstützt", schildert Irmgard Wagner die Anfänge des "Grünen Kreises".
Rasch ergab sich, dass sich die Mitglieder ein oder zwei feste Bezugspersonen gesucht haben, Senioren, die regelmäßig ein Mal in der Woche betreut wurde. "Daraus hat sich oft ein wirkliches Vertrauensverhältnis, eine Freundschaft gebildet", schildern Irmgard Wagner und Helmi Kraft, die ebenfalls seit Gründung des Kreises dabei ist und ihn seit nun 25 Jahren leitet. Helmi Kraft, die auf Wunsch auch Sterbebegleitung leistet, gibt ehrlich zu: "Stirbt ein Mensch, den man lange Jahre betreut hat, reißt das eine Lücke, das müssen wir verarbeiten."
13 Mitglieder
13 Mitglieder hat der "Grüne Kreis". Die Gewinnung neuer, engagierter Mitstreiter ist nicht einfach. "Für Berufstätige ist es kaum einzurichten, viele andere fragen nach der Bezahlung", berichtet Helmi Kraft. Sie möchte Interessierte ermutigen, im "Grünen Kreis" mitzutun. Warum? "Es ist einfach ein schönes Gefühl, andere Menschen glücklich zu sehen", bestätigt auch Burkhard Schmidt, seit rund sieben Jahren ein "Grüner".
Wichtig zu wissen: Der "Grüne Kreis" ist der Arbeitsgemeinschaft evangelische Krankenhaus-Hilfe angeschlossen; alle Mitglieder erhalten eine Einweisung, genießen Fortbildungen und sind versichert.
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