Rheinberg: Barrierefrei informieren
VON RAINER KAUSSEN - zuletzt aktualisiert: 27.03.2009Rheinberg (RPO). Die Stadt Rheinberg hat ihren Internet-Auftritt neu gestaltet. Servicefunktionen, Newsletter und umfangreiche Informationen machen die Seite attraktiver.
"Sehr gut zugänglich"
Rund 1500 Seiten umfasst die Internet-Präsentation der Stadt Rheinberg.
Für die barrierefreie Gestaltung musste jede dieser Seiten bearbeitet werden.
Das Ergebnis ist bemerkenswert: Mit 95,5 von 100 erreichbaren Punkten ist die Seite als "sehr gut zugänglich" eingestuft.
Ab sofort ist die städtische Homepage www.rheinberg.de auch "barrierefrei" aufrufbar. Garantiert. Dafür steht der Test-Bericht der Projektgemeinschaft Barrierefrei Informieren und Kommunizieren (BIK), den die Rheinberger sicherheitshalber gleich mit auf ihre Internetseite gepackt haben. Quasi wie ein Zertifikat bestätigt der BIK-Test, dass vor allem Sehbehinderte oder Blinde nun eine Version nutzen können, die sich an bestimmte technische Vorgaben hält. Die Rheinberger Seite ergatterte demnach bei den gestellten Anforderungen immerhin 95,5 von 100 erreichbaren Punkten. Qualitätsurteil: "Sehr gut zugänglich".
Dahin zu kommen – das war eine Heidenarbeit, wie André Bücker und Michael Tillig (beide vom Fachbereich Personal und Organisation) gestern schilderten: Ein Arbeitsjahr wurde investiert – gut angelegte Zeit, wie Tillig beschrieb: "Im Internet kann man sich zuhause umfassend orientieren – es ist so eigentlich die ideale Informationsmöglichkeit für Menschen mit körperlichen Behinderungen". Für die rund 300 000 sehbehinderten Nutzer beispielsweise, für insgesamt immerhin rund 20 Prozent aller Nutzer.
Technische Hilfsmittel machen das Internet für sie leichter nutzbar; Programme beispielsweise, die Texte vom Bildschirm vorlesen(Screenreader). Aber das klappt nur, wenn bestimmte Regeln eingehalten werden. Etwa wenn Texte in möglichst schnörkelfreier Schrift nicht zu klein sind sondern in der Größe angepasst werden können; wenn man bedenkt, dass Grafiken nicht vorgelesen werden können und man deshalb auf sie möglichst vermeiden sollte; dass bestimmte Farbkompositionen möglichst nicht verwendet werden und dass auch Fremdwörter, Anglizismen und Abkürzungen weitgehend tabu sein sollten.
Die barrierefreie Neugestaltung des Internet-Auftritts nutzte die Stadt übrigens zu einer grundlegenden Verjüngungskur der Präsentation. Gegliedert in die drei Obergruppen "Rat & Verwaltung, Bürgerservice", "Kultur & Tourismus, Freizeit & Sport" sowie "Wirtschaft, Stadtentwicklung, Bauen & Wohnen" und unterlegt mit Leitfarben, die auch beim "weiterblättern" für Orientierung sorgen.
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