Rheinberg: „Wir sind erst ganz am Anfang“
zuletzt aktualisiert: 20.04.2007Rheinberg (RPO). Achim Hagemann alias Pavel Popolski erklärt, warum die Musik-Comedy seiner Band „The Pops“ immer mehr Anhänger findet. Unter ihnen sind jede Menge Polen. Morgen Abend spielt die Band in der Stadthalle Rheinberg.
Morgen Abend live
Wo? Stadthalle Rheinberg.
Wann? Am Samstag, 21. April, Einlass ab 19 Uhr, Beginn 20.30 Uhr.
Wie? Karten kosten an der Abendkasse 22 Euro, im VVK 18 Euro.
Mittlerweile hat es sich herumgesprochen: Nicht die Stars aus Europa und den USA haben die Hits der Popmusik erfunden, sondern die lange Zeit unbekannte und verarmt lebende Familie Popolski aus dem polnischen Zabrze. Die Nachkommen von Opa Pjotrek Popolski ziehen nun seit einigen Jahren durch die Lande, um die Wahrheit ans Tageslicht zu bringen. „The Pops“ nennt sich die Popolski-Band, die auf hervorragende Weise Musik und Comedy verbindet und deren Live-Shows mittlerweile Kultstatus genießen. Vor dem Pops-Auftritt in der Rheinberger Stadthalle (für die es noch Karten an der Abendkasse gibt) hat sich RP-Redakteur Uwe Plien mit Pops-Erfinder Achim Hagemann unterhalten. Als Pavel Popolski ist er der Drummer und Moderator der Band.
Es geht voran mit den Pops. Mittlerweile treten Sie überwiegend in Hallen vor mehreren hundert oder gar 1000 Zuschauern auf.
Achim Hagemann Ja, die Entwicklung verläuft geradezu stürmisch. Durch unsere zahlreichen Live-Shows haben wir uns zunächst das Rheinland und das Ruhrgebiet erspielt, inzwischen treten wir auch anderswo auf. In Städten wie Hamburg zum Beispiel.
Polen sind also überall gern gesehen?
Hagemann So sieht es aus. Unser erster polnischer Fan-Club ist übrigens gerade in der Gründung. Und wir bekommen jede Menge Briefe von Polen.
Moment mal: Das heißt, „echte“ Polen reagieren nicht verstört, wenn Sie auf der Bühne stehen und das Polen-Klischee bedienen? Wenn Sie Polen-Deutsch reden, aus Wodka-Flaschen trinken und braune Pullunder mit ekligen Rautenmustern tragen?
Hagemann Ganz im Gegenteil! Wir stellen ja das Klischee von den Autoklauern auf den Kopf. Bei uns sind ja die Polen die Beklauten. Wir machen uns nicht über sie lustig. Über uns wird übrigens auch in Polen berichtet. Sogar im Fernsehen.
Sie sind als „großer Bruder“ Pavel Popolski derjenige auf der Bühne, der fortwährend in gebrochenem Deutsch spricht. Träumen Sie manchmal schon davon?
Hagemann Ja. Aber ich kann das offenbar ganz gut, und die Leute mögen es. Viele wissen gar nicht, dass wir gar keine Polen sind.
Haben Sie Angst, dass sich der Witz Ihrer Show irgendwann verbraucht ?
Hagemann. Nein, nicht wirklich. Wir sind erst am Anfang. Wir haben Zuschauer, die schon bis zu 15 Mal in unserer Show waren. Das geht auch deshalb, weil wir sie fortlaufend verändern. Keine Show ist wie die andere. Wir haben ja auch verschiedene Besetzungen, und jeder Sänger hat seine Stücke. Und die Familie Popolski hat bekanntlich viele Mitglieder. Wir sind jetzt dazu übergegangen, Filme mit Prominenten zu drehen, die wir dann live zeigen. Da geben zum Beispiel Thomas Anders und Stefan Raab zu, dass sie ihre Songs bei uns in Polen geklaut haben.
Sie mischen Musik und Comedy. Wie wichtig ist die Musik?
Hagemann Sehr wichtig. Wir nehmen einige Stücke sogar ernster als die Leute, die sie im Original gemacht haben. „Großer Bruder“ zum Beispiel. Das war ja ursprünglich so eine Festzelt-Nummer. Die Produzenten haben uns geschrieben, dass sie erst durch uns wissen, was für ein gutes Stück sie da gemacht haben.
Einer größeren Öffentlichkeit wurden Sie vor etwa 15 Jahren bekannt, als Sie an der Seite von Hape Kerkeling die „Hurz“-Nummer machten. Wo waren Sie danach?
Hagemann Ich habe danach überwiegend Musik geschrieben und bin so gut wie gar nicht mehr aufgetreten. „The Pops“ ist mein erstes Bühnenprojekt seit dieser Zeit.
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