Rheinberg: Bei Wind und Wetter
VON WALTRAUD WILLEKE - zuletzt aktualisiert: 26.07.2011Rheinberg (RP). Der Segelclub WSVRh Duisburg hat Gastkinder aus dem weißrussischen Gomel zu einem Segeltag auf dem Lohheider See eingeladen. Acht Segelboote und viele Helfer waren im Einsatz.
Seit fünf Jahren lädt der WSVRh Duisburg die Gastkinder des Kinderhilfswerks Gomel regelmäßig zu einem Segeltörn auf dem idyllischen Lohheider See zwischen Baerl und Vierbaum ein. "Die Segelsportler möchten den Kindern und Jugendlichen im Rahmen ihrer Möglichkeiten einen Nachmittag der Erholung in der Naturidylle gönnen und sie mit Kaffee und selbstgebackenem Kuchen verwöhnen", sagt der erste Vorsitzende Artur Schedlinski.
Rund 20 Vereinsmitglieder waren im Einsatz, acht Segelboote stellte der Club für die Ausfahrt auf dem See zur Verfügung. "Leinen los!" lautete der Appell, die – ausgerüstet mit Schwimmwesten – in Richtung Bootssteg liefen und sich auf die Segelboote verteilten.
Riesenlob
Britta Beer-Kemper wünschte sich, dass viel mehr Familien den Mut haben, Kinder aus Gomel bei sich aufzunehmen. "Man bekommt soviel an Herzlichkeit zurück und der Vorstand steht Tag und Nacht bereit, sollten wirklich einmal Schwierigkeiten auftauchen", erklärte sie.
Ein Riesenlob spendete sie den Organisatorinnen der Kleiderkammer. "Die Koffer der Kinder reichen nicht, um all die wertvollen Sachen mitzunehmen", lobte sie.
Der böige Wind bot ideale Bedingungen und bis ans Ufer schallten die Jubelrufe, als man mit weißen aufgeblähten Segeln über das Wasser glitt. Ein kurzer und kräftiger Regenschauer tat dem Vergnügen keinen Abbruch, geschickt wurden die Segelboote manövriert, damit alle wieder schnell auf die überdachte Terrasse des Clubheims gelangten. Dort gab es Kuchen, und auch die Mannschaft der DLRG Orsoy war zur Stelle. Sie richteten zeitgleich für ihren Nachwuchs einen Piratentag aus.
Die Segel neu gehisst
Als die Sonne wieder schien, wurden die Segel neu gehisst. Auch das Motorboot der DLRG Orsoy schipperte mit den Gästen aus Weißrussland über das Wasser. Rund 80 Personen hatten sich zu diesem Treffen im Clubhaus vom WSVRh versammelt; neben netten Gesprächen bot die große Wiese genügend Platz zum Toben, Kicken oder Federballspielen. "Diese Gruppe ist wohlbehalten angekommen, die erste Gruppe ist schon wieder abgereist", informierte Manfred Hainke vom Gomel-Vorstand.
Zum vierten Mal weilt nun Dolmetscherin Tamara Mirashnichenka am Niederrhein. Die Kinderärztin Iryna Vardamatskaya, die seit 21 Jahren die Kindergruppen begleitet, erzählte, dass derzeit 14 neue Kinder dabei sind, die noch nie in Deutschland waren. Sie betonte, dass der Aufenthalt in unverstrahlter Umgebung und die gesunde Ernährung mit nicht radioaktiv beeinträchtigten Nahrungsmitteln nachhaltig zur Stärkung der Gesundheit der Kinder beitrage.
Sie bedankte sich bei den Gasteltern, die weder Kosten noch Mühen scheuten, um den Gästen aus Gomel einen erlebnisreichen Aufenthalt zu bescheren. Zu denen zählte beispielsweise Gastmutter Britta Beer-Kemper aus Borth. Sie hatte die zehnjährige Yauhania aufgenommen, jetzt weilt für die nächsten drei Wochen die 14-jährige Swetlane bei ihr.
Die Entscheidung nie bereut
Britta Beer-Kemper arbeitet in Asberg im evangelischen Kindergarten als Erzieherin. Eine nette Familie aus Moers, die ursprünglich aus Russland stammt, brachte sie auf die Idee, Gastkinder aus Gomel einzuladen. "So habe ich auch eine sprachliche Hilfestellung", berichtete Beer-Kemper. Sie hat die Entscheidung nie bereut, wenn es auch mal Unstimmigkeiten gab.
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