Alpen: Besinnliche Klänge, überzeugender Vortrag
VON UDO SPELLEKEN - zuletzt aktualisiert: 18.11.2008Alpen (RPO). Nicht selten spielt die Musik in den Erzählungen und Geschichten der großen Literatur eine inhaltlich bedeutsame Rolle, manchmal dient sie jedoch nur als unterhaltender Faktor. In das Gemeindehaus der Evangelischen Kirche hatte der Musik- und Literaturkreis Alpen zu einem Spanischen Abend eingeladen. Der Vorsitzende Dr. Hans-Georg Schmitz freute sich im gut gefüllten Saal das Gitarrenduo „Jeux des Cordes“ und den Rezitator Jörg Zimmer zu begrüßen.
Mit traditionellen spanischen Weisen eröffneten Christa Schumacher-Slojewski und Jürgen Slojewski eine Lesung mit Szenen aus Friedrich Schillers „Don Carlos“ und Auszügen aus „Don Quichotte“ von Miguel de Cervantes. Zimmer (42) hatte sich zu Beginn den vermeintlichen Höhepunkt des Schillerschen Dramas über das „schandhafte Gemälde des Despotismus“ im Don Carlos ausgesucht.
Menschenrechts-Dialog
Im zehnten Aufzug des dritten Aktes kommt es zu einem großen Menschenrechts-Dialog („Geben Sie Gedankenfreiheit!“) zwischen dem Marquis von Posa und König Phillip, in dem der edle Malteserritter das Scheitern seines visionären Plans erkennen muss. Bei einem traditionellen Flamenco und einer romantischen „Canca del Llardre“ aus Katalonien konnten sich die Zuhörer entspannen und auf einen Abschnitt aus der Geschichte des „Abfalls der vereinigten Niederlande von der spanischen Regierung“ ebenfalls von Schiller vorbereiten. Er schuf damit eines der schönsten Werke aus dem Grenzbereich von Literatur und Historiographie. Das Thema von der Befreiung des Menschen aus der mittelalterlichen Knechtschaft kommt hier besonders zum Ausdruck und beeinflusste Schillers gesamtes Schaffen.
In angemessener Form
Zimmer las den Text in der ihm angemessenen Form des informierenden und durch Sprach- und Sprechkunst unterhaltsamen Vortrags. „An einem Orte der Mancha, an dessen Namen ich mich nicht erinnern will, lebte vor nicht langer Zeit ein Hidalgo...“, dieser Eröffnungssatz wurde durch das Buch „Don Quichotte“ von Miguel de Cervantes weltberühmt. In seinem Roman erzählt er die Geschichte des kleinen Landadeligen, der einen Ritterroman nach dem anderen verschlingt, bis er schließlich verrückt wird und glaubt, er selbst müsse sich als fahrender Ritter todesmutig in Gefahren stürzen, um das Unrecht zu bekämpfen.
Natürlich durfte an diesem Abend das bekannteste, bildhafte Abenteuer des Helden, sein Kampf gegen Windmühlen, nicht fehlen. Eine gelungene Mischung aus virtuos vorgetragener, besinnlicher Gitarrenmusik und überzeugender Vortragskunst ließ das Publikum begeisternd applaudieren.
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