Rheinberg: Billiger leuchten
VON RAINER KAUSSEN - zuletzt aktualisiert: 15.05.2008Rheinberg (RPO). Rheinberg gibt im Jahr 165 000 Euro für die Straßenlaternen aus. Dabei wurden schon viele energiesparende Lampen montiert. Die Stadt Dormagen zeigt, wie man mit der Hälfte der Stromkosten auskommt.
165 000 gibt die Stadt im Jahr für den Strom aus, der die rund 3500 Lampen an Rheinbergs Straßen und auf den Plätzen leuchten lässt. Dabei sind das beileibe keine energiefressenden alten Funzeln. „Wenn irgendwo etwas auszutauschen ist, nehmen wir natürlich nach Möglichkeit kostensparende Modelle“, beschreibt Robert Braun (Fachbereich Tiefbau und Grünflächen). „Und wir sind immer offen für neue Vorschläge“, ergänzt Klaus Henne als 1. Beigeordneter.
Nicht im Dunkeln stehen
„Contracting“ könnte dabei ein Wort werden, dass alle Sparwilligen elektrisiert. Wie das funktioniert, lässt sich in Dormagen verfolgen. Die Firma Horlemann aus Uedem, der „Contractor“, baut 4300 neue Leuchten und 130 Spar-Trafos ein, die in den Abendstunden die Helligkeit reduzieren. Die Stadt Dormagen will dadurch künftig in jedem Jahr 50 Prozent Strom einsparen und auch entsprechend weniger Geld ausgeben.
In Vorkasse
Die Prognosen zum Spar-Potenzial beim Laternen-„Contracting“ überrascht die Beteiligten regelmäßig.
Die neue Beleuchtungstechnik soll nur noch die Hälfte des Stromes verbrauchen.
Für die Investition geht ein Privatunternehmen in Vorkasse.
Trotzdem soll niemand im Dunkeln stehen: Wenn die Straßenlaternen zwischen 20 und 22 Uhr heruntergedimmt werden und sich die Helligkeit um ein Fünftel verringert, merkt man es selbst dann nicht, wenn man direkt neben den Laternen steht, schwärmen die Fachleute von den „Technischen Betrieben Dormagen.“ Nur das Messgerät registriere die Verdunklung. „Wir machen bislang ausschließlich gute Erfahrungen“, unterstrich Harald Schlimgen, Sprecher der Stadtverwaltung Dormagen, gestern gegenüber der RP.
So gering die Veränderung bei der Lichtausbeute ausfällt, so drastisch schlägt sie auf der Kostenseite durch. Wenn auch nicht gleich erkennbar. Denn in den ersten Jahren stellt Dormagen für die Straßenbeleuchtung genauso viel Geld im Etat bereit wie bisher. Was davon dank niedriger Energieverbräuche nicht ans E-Werk bezahlt werden muss, bekommt der „Contractor“ ausbezahlt. Denn der hat als privater Anbieter die Anlage der Kommune auf eigene Kosten saniert. Die Stadt zahlt als nicht mehr als früher – hat aber eine topmoderne Beleuchtung. Und nach Ende des Vertrages mit dem Unternehmen in fünf Jahren zahlt Dormagen tatsächlich nur noch die Hälfte für ihre Stromrechnung, denn dann hat der „Contractor“ seine Investition wieder hereinbekommen.
Bekanntes Unternehmen
Ob das Dormagener Beispiel auf Rheinberg übertragbar ist, mochte Dezernent Henne nicht aus dem Stand bewerten: „,Contracting’ ist uns natürlich nicht unbekannt – im Bereich der Straßenbeleuchtung habe ich allerdings bislang davon noch nichts gehört.“ Gut bekannt ist freilich die Firma Horlemann, „Contracting“-Partner der Dormagener: „Wir haben mit dem Unternehmen aus Uedem schon über viele Jahre gute Erfahrungen gesammelt“, bestätigt Klaus Henne.
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