Rheinberg: Bis an die Zähne bewaffnet
zuletzt aktualisiert: 29.12.2009Rheinberg (RPO). Zu Haftstrafen von bis zu fünf Jahren verurteilte das Landgericht Duisburg vier Männer, die Raubüberfälle im Drogenmilieu geplant und auch ausgeführt haben. Sie hatten u.a. gestanden, im Dezember 2008 einen Rheinberger in seiner Wohnung aufgesucht und bedroht zu haben. Zumindest einer der Täter hatte einen Schlagstock dabei. Um seiner Forderung nach Drogen Nachdruck zu verleihen, schlug der Haupttäter damit auf den Wohnzimmertisch. Als das Opfer sagte, er habe keine Drogen, hatte er seine Hose herunterlassen müssen, damit die Männer überprüfen konnten, ob er Drogen am Körper versteckte. Bei Durchsuchung der Wohnung hatten sie schließlich 50 Gramm Amphetamine im Tiefkühlfach gefunden und mitgenommen. "Das ganze hat sich im Drogenmilieu abgespielt. Aber nur weil ein Dealer überfallen wird, ist das ganze noch nicht gerechtfertigt", so der Richter.
Drei der Männer standen zur Tatzeit unter Bewährung, der Vierte war schon wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Geldstrafe verurteilt worden. In einem anderen Fall hatten die Männer geplant, einen Dealer in Moers zu überfallen. Hier seien sie "bis an die Zähne bewaffnet" gewesen, so der Richter.
Der Betroffene hatte wohl geahnt, das sie im Böses wollten und war nicht zur Verabredung erschienen. Der Haupttäter wird in einer Entziehungsanstalt untergebracht. Er gab an, drogensüchtig zu sein. Gericht und Staatsanwaltschaft waren bei allen Taten von minder schweren Fällen ausgegangen, u.a. weil die Beute niedrig und die Männer geständig waren. Zwei Mittäter wurden zu zwei Jahren und neun Monaten, der vierte Angeklagte zu 27 Monaten Haft verurteilt.
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