Rheinberg: Das Zuff-Konzept funktioniert
VON RAINER KAUSSEN - zuletzt aktualisiert: 09.02.2012Rheinberg (RP). Im Jugendhilfeausschuss gab es viel Lob für die Arbeit im städtischen Jugendzentrum: Hemmschwellen sind abgebaut, die Stadtteilarbeit läuft. Und es gibt Sensibilität für Kostenfragen.
"Das Konzept ging auf" lobte Brigitte Devers; die CDU-Ratsherrin meinte damit die Arbeit des Rheinberger Jugendzentrums – und dessen Team fand im Jugendhilfeausschuss Anerkennung auch bei allen anderen Fraktionen. Der Ausbau des "Offene-Tür-Angebots" sei gelungen, offenbar spreche das Zuff mit seinem breiten Programm alle Gruppen an – mehr noch: Es sei gelungen, weitestgehend Hemmschwellen abzubauen, die früher manche vom Besuch der Einrichtung an der Xantener Straße abgehalten hätten.
Raum in Millingen
Auch die Stadtteilarbeit sei gut angelaufen. In Millingen nicht zuletzt auch dadurch gefördert, dass es mittlerweile einen Raum gibt, sodass es auch bei schlechtem Wetter einen Treffpunkt gibt, erläuterte Zuff-Mitarbeiterin Maren Harting im weiteren Sitzungsverlauf.
Inoffizielle Abi-Feier
Die Veranstaltung der inoffiziellen Abi-Feier ins Zuff wurde im Jugendhilfeausschuss als Erfolg gewertet.
Die jungen Veranstalter hätten deutlich geringere Kosten schultern müssen.
Außerdem habe das Team des Jugendzentrums so ein Mitspracherecht in Sachen Jugendschutz gehabt.
Warum bei all den positiven Aspekten wohl die Zahl der weiblichen Besucher zurückgegangen sei, wollten Politiker aus verschiedenen Fraktionen wissen. Jugendpfleger Marco Kutz lieferte die Analyse: In der Tat sei 2011 die Woche über beim "Offene-Tür"-Angebot dieser Rückgang festzustellen gewesen – dafür seien Mädchen bei bestimmten Programmen an Wochenenden deutlich stärker vertreten gewesen. Insoweit gebe es keinen Anlass zur Sorge.
Grünen-Vertreter Mokros merkte an, die Angebote für Mädchen seien doch eher konservativ einzustufen. Seine Anregung: Hilfen bei der Berufswahl könnten eine sinnvolle Alternative sein. Maren Harting dazu: "Wir bieten an, was von den Jugendlichen gewünscht wird" – und da seien nun einmal Basteln und auch Handarbeit absolute Renner.
Ein wichtiger Diskussionspunkt auch bei der Zuff-Arbeit: die Finanzen. Frage aus der Politik: Wie denn das Jugendzentrum mit dem Thema Einsparungen umgehen werde, das alle städtischen Angebote betreffen werde. Die Antwort von der Zuff-Bank überraschte nicht: "Einsparungen – wenn's nach uns geht am liebsten gar keine", unterstrich Marco Kutz. Gleichwohl konnte er schon Weichenstellungen beschreiben, die für eine bessere Finanzlage sorgen sollen. Beispielsweise bei Konzerten. Dort werde die Honorierung der Bands von festen Gagen umgestellt auf eine Beteiligung am Eintrittserlös. Und die Kindertage, die bislang in drei Phasen zu je zehn Einheiten liefen, werden künftig auf zwei Phasen gestrafft. Das entlaste den Honoraretat.
Nicht wirklich kürzbar
Später, bei den Haushaltsberatungen, wurde im übrigen deutlich, dass es bei den durchweg recht kleinen Ausgabeansätzen kein rechtes Sparpotenzial gebe. Klartext: Im Haushalt spürbar es nur, wenn Ausgabepositionen (und damit Angebote) komplett gestrichen würden.
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